EIN:heit

Bei vielen Umgangsformen die wir heute als normal empfinden, denken wir, dass diese schon seit einem Jahrhundert so sind. Dabei liegen deren Durchsetzung oft nur einige Jahrzehnte zurück. Heute bemühen sich die evangelische und die katholische Religionsgemeinschaft um einen Konsens.  Vor ein paar Jahrzehnten war es undenkbar, dass Protestanten und Katholiken gemeinsam eine Messe gefeiert hätten. Den Islamisten ist es noch heute verboten, dass sie eine katholische Kirche besuchen oder einem katholischen Pfarrer die Hand geben.

Es war früher unmöglich, dass ein Katholik und eine Evangelische kirchlich geheiratet hätten, außer, eines von den Eheleuten ist zum anderem Glauben übergetreten und hat sich verpflichtet, die Kinder in diesem Glauben zu erziehen. Das Übertreten vom evangelischen Glauben zum  katholischen Glauben wegen Eheschließung, wie es vor einigen Jahrzehnten noch verpflichtend war, lässt die Frage zu, ernsthaft gestellt bei einem Besuch in Politzen, wie es nach dem Tod weiter geht?  Die Oma war zwanzig Jahre evangelisch und ist dann bei der Heirat zum katholischen Glauben übergetreten, somit war sie bis zu ihrem Tod sechzig Jahre katholisch. Kommt sie in den evangelischen oder in den katholischen  Himmel? Wenn die beiden Kirchen hier auf Erden getrennte Wege gehen, dann wird es auch im Himmel eine Trennung geben. Entscheidet die Dauer der Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft darüber, in welchen Himmelbereich man kommt? In Österreich erhält man von jener Versicherung die Pension, bei der man am längsten versichert war.

Enkelkinder.

3 Gedanken zu „EIN:heit

  1. Einheit setzt in hohem Maß voraus, daß ich mich für
    den andern einfühlbar durch Sprache verständigen
    könne; also Sprachunterricht.
    Ich habe aber trotzdem von der Universität nicht weiter
    zu sprechen, solange für die Schule, die auf sie vorbe-
    reitet, das Problem der Bewertung und Rangordnung
    internationaler Verkehrs- und Wissenschaftssprachen
    nicht gelöst ist.
    Für die Schule: Spanisch erfüllt die Erwartungen nicht,
    die man in seine Förderung setzte; Russisch erfährt eine
    seinem Rang gebührende Förderung nicht.

  2. „Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch
    an mir vorüber.“ – Mit seinem Flehen – im „Matthäus-
    evangelium, 26,39“ – nimmt Jesus alles zurück, was
    über ihn, den Gottesknecht, in der Schrift gesagt ist:
    wenn es in dieser Stunde trotzdem möglich ist, daß mein
    Herr und mein Gott den Tod am Kreuz nicht erleiden
    muß. Wie erklärt jemand, der auf den Namen des Vaters
    und des Sohnes getauft ist, diese Möglichkeit genau,
    in einer Weise, daß ich mich nicht wieder dürstend ab-
    wende wenn ich getrunken habe?

  3. „Unser tägliches Brot gib uns heute!“ Die Existenz eines
    griechischen Wortes, dessen Übersetzung „täglich“ sein
    könnte, kann bis zu Stunde von keinem Philologen (als
    Philologe publizierte ich zuletzt eine Rezension, von wel-
    cher ich Frau und Herrn Strasser – dem Autor Peter
    Strasser – einen Sonderdruck gab) bestätigt werden.
    Wir glauben zu wissen, was ein „Jahr“ ist. Was ein „Tag“
    und was ein „Monat“ sei, werden wir aber trotzdem nicht
    ganz leicht jemandem erklären können. Müssen wir den
    Tag von der „Woche“ her zurückkonstruieren?

    Hier zwei Links zum Begriff „Einheit“:

    http://www.glaube-und-heimat.de/2011/02/18/reformsignal/#comment-320

    (mit – „27. Februar 2011 um 20:19“ – einer „Lesermeinung): zu kor-
    rigieren ist der Tippfehler im Wort „Bedeutung“)

    http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2011/02/27/eine-lange-geschichte-der-unterdruckung/

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