VER:rückt

Auf einem Maskenball oder bei einem Faschingsumzug nehmen viele eine andere Identität an, sie besetzen eine andere Rolle oder wie gerne gesagt wird, sie schlüpfen in eine andere Haut. Manchmal wäre es gut man könnte aus der Haut fahren. Beim Faschingstreiben ist man außer sich, maskiert,  geschminkt und verrückt. Wie viele verschiedene Leben können wir hier auf Erden haben und wie viele Rollen verträgt unsere Psyche, dabei sind nicht Theaterrollen gemeint. Dabei gibt es die Rolle des guten Ehemannes und strengen Abteilungsleiters, die andere Seite ist  der verschwenderische Unterhalter in einer Bar. Der allseits beliebte Bankdirektor und zu hause der missmutige Ehepartner.

Ist es verrückt, wenn bei der rockigen Faschingsmesse in der  Dreifaltigkeitskirche in Völkendorf bei der Predigt der Versuch unternommen wurde, die Auferstehung als eine Verrücktheit des Lebens zu bezeichnen. Es wird von uns verlangt an etwas zu glauben, was außerhalb unserer  Normalität und Erfahrung steht. Die „Dreifaltigkeit“, drei Personen in einer Person vereint, kann als Verrücktheit bezeichnet werden. Fasching und Ostern haben vieles gemeinsam. Nehmen die Kirchenbesucher maskiert an der heiligen Messe teil, so wird das Außersichsein, das dem Glauben innewohnt, auch äußerlich dokumentiert. Auf einem Hut findet sich der Bericht von der Eröffnung der olympischen Spiele in Vancouver. Dort findet der irre Kampf um Medaillen statt, dabei wird mit Tausendstelsekunden gemessen, eine Bewegung, die mit dem menschlichen Auge nicht  wahrnehmbar ist. Niemand leistet gegen diese verrückte Art der Leistungsbemessung Widerstand. Vieles was uns im Alltag bewegt, bewegt sich im Bereich des Närrischen. Im Evangelium nach Lukas, am sechsten Sonntag im Kirchenjahr, heißt es: „Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen. Die Normalität wird auf den Kopf gestellt. 

Aus dem Tagebuch, 14.2.2010

Ein Gedanke zu „VER:rückt

  1. Ja, es ist alles in´s Gegenteil verkehrt worden…..

    So, und nun nimm mal diesen Satz und sieh ihn aus Deiner Sicht und ich aus Meiner.
    Ich glaube die Interpretationen wären unterschiedlich. Oder nicht?

    Im Grunde stimmt die Aussage für uns beide….lach….ich bin unmöglich,…ich weiß….

    Liebe Grüße
    Grey Owl

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