VOLL:wert

Es gibt viele Artikel, in der das Wort „Vollwert“ enthalten ist. Wir finden es bei den Nahrungsmitteln wie Vollwertbrot, Vollwertgemüse und Vollwerteier. Dies lässt den Schluss zu, dass vieles nicht vollwertig ist, somit nicht gesund. Vor Jahrzehnten war dies überhaupt kein Thema und wurde auch von niemanden nachgefragt. Erst der Überfluss hat dazu geführt, dass es trotz der Menge, an der Qualität fehlen kann.

Geht es um die Wiederherstellung der Gesundheit, dann wird in Österreich oft nicht das Originalmedikament,sondern ein Generika verschrieben. Es gibt das Bestreben, Menschen mit körperlichen Einschränkungen in den Arbeitsprozess einzugliedern, mit dem Slogan, er/sie ist ein vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft. Ähnliches passiert bei der Integration von Kindern, deren Muttersprache nicht deutsch ist, man will sie zu vollwertigen Österreichern erziehen. Oftmals widersetzten sie sich diesem Ansinnen und beharren auf ihren Minderheitenstatus. Was bringen zweisprachige Ortstafeln einer Minderheit, gibt es den vollwertigen Kärntner?

Im Industrieort mit Heraklitherzeugung gehörten die meisten Schüler der Arbeiter- und der Angestelltenklasse an, eine Minderheit dem Bauernstand. Dabei gab es bei den Jausenbroten einen wesentlichen Unterschied: Die Arbeiterkinder hatten in der Regel ein Brot mit Tirolerwurst mit, die Bauernkinder fast täglich ein Speckbrot. Welche Rituale braucht es, um in einer Klasse von den anderen als vollwertiger Mitschüler akzeptiert wird?  Als wir Bauernkinder einwilligten die Jausenbrote mit den Arbeiterkinder zu tauschen, halbe zu machen, waren wir anerkannte Mitglieder der Volksschulklasse. In der Adventzeit forderte eine junge Lehrerin, welche einige Jahre in Heiligenblut am Großglockner unterrichtet hatte, uns Kinder auf, für die Kinder in Heiligenblut Äpfel zu spenden. Die Arbeiterkinder verzichteten täglich eine Woche lang, auf einen Apfel und lieferten ihn der Lehrerin ab. Ich brachte in einem Leinensack ca. drei Kilo Äpfel von zu hause mit, welche ich vier Kilometer durch den Schnee schleppte.

Rucksacktourist.  

5 Gedanken zu „VOLL:wert

  1. Wenns Vollwert gibt, was ist dann mit den Produkten, die nicht vollwertig sind?
    Was esse ich dann?
    Zum Thema „fünf Kilo Äpfel vier Kilometer durch den Schnee schleppen“.
    Als Kinder fuhren wir mit Kleinrad und Tretroller(!!) 15 km zur Tante, um uns an Kirschen zu laben.

  2. Hallo Gerhard!

    Diese Frage stellt sich bei den Lebensmittel, die nicht als Vollwert- und Biolebensmittel gekennzeichnet sind. Sind diese dann schlecht, minderwertig oder gar schädlich? Ich habe auch keine Antwort.

    Gruss schlagloch.

  3. Grüss Gott Schlagloch,

    na, ich denke dass die durch den Schnee geschleppten Äpfel wertvoller waren. Im ideellen Sinne….

    Lebensmittel sind genau so viel wert wie man ihnen an Wertschätzung entgegen bringt. Bio ist nicht gesünder als konventionell Erzeugtes. Das wurde schon getestet. Es dient halt der Gewissensberuhigung.

    Liebe Grüsse//Erika

  4. brot wird als grundnahrungsmittel bezeichnet, es stillt den hunger zwischendurch.
    einst hatte ich begonnen die zutatenliste zu lesen, die ist bei manchen broten sehr, sehr lang. wozu, so frage ich mich, ist da noch zusätzlich manchmal zucker drin, backhilfsmittel, gehärtete fette?
    ich fand einen bäcker in wien der darauf stolz ist nur mit mehl und sauerteig zu backen, und ich sag euch, so stelle ich mir ein brot vor und so hab ich es in erinnerung wie es bei meiner tante am bauernhof schmeckte, sie buck es selbst.
    für mich ist dieses brot vollwertig, und ich schmeck den unterschied, der ist gewaltig!

  5. Hallo!

    @ Erika
    Vielleicht verlangt man deshalb für Biolebensmittel mehr, weil ein paar Leute mit der Kontrolle beschäftigt sind?

    @Peter
    Damit hast du Dir bestimmt etwas Gutes getan.

    Gruss schlagloch.

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