TAGES:teller

Wer keine Wahl hat als zu Mittag in einer Kantine oder in einer Gastwirtschaft, in der Form eines Aboessen, zu speisen, kennt dafür die unterschiedlichsten Ausdrücke. Die Mittagsmenüs werden in Form eines Menüplan für eine Woche als Tagesgericht, Tageshit oder als Tagesteller angeboten. Von vielen Restaurant findet man den Menüplan für eine Woche im Internet. In meiner Internatszeit hing neben der Eingangstür zum Speisesaal, der ein renovierter Pferdestall war, ein Speiseplan. An einem Tisch saßen zwölf Zöglinge, nach Klassen gestaffelt und in alphabetischer Reihenfolge. Der Suppentopf, die Salatschüssel, der Beilagenteller und der Fleischteller wurden von einem Zögling zum Nächsten gereicht und jeder konnte sich bedienen. Zuerst bediente sich der Tischsenior. Bei den zwei Letzten konnte es vorkommen, dass nur mehr wenig am Teller lag.

Heute fällt mir die Kombination von Café und Restaurant auf. Die ursprünglich als Café geführten Lokale wollen zu Mittag bei den Hungrigen mitnaschen. Cafézeit ist am Vormittag und  wieder am Nachmittag. Meistens gibt es in den sogenannten „Kombilokalen“ einen Tagesteller, die Hauptspeise wahlweise mit Suppe oder mit Salat. Um die Mittagszeit kreuzen sich die Cappuccinotrinker mit den Tagestelleresser. Der Duft des Cappuccino vermischt sich mit den Gerüchen der Krautrollade. Das Lesen einer Tageszeitung, damit meine ich nicht die Kleinformate aus Österreich, sondern die überregionalen Zeitungen aus Deutschland und der Schweiz, ist meistens aus Platzgründen nicht mehr möglich. Für den Tagestelleresser kommt nur ein Kleinformat in Frage. Zwischen dem Verzehr von zwei Kartoffeln lässt sich eine Überschrift gut lesen.

Frau Oberin bitte zahlen.

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