MI:gration

Es gibt keinen Österreicher, allen voran der Wiener, der nicht etwas zum Thema Ausländer zu sagen hat. Dies trifft auch auf die Kärntner zu, obwohl es in Kärnten eine geringe Zahl von Migranten gibt. Bei den Aussagen verlässt man sich hauptsächlich auf die Informationen aus den Zeitungen und dem Fernsehen. Zuerst fordert man strengere Einwanderungsbestimmungen, wie sie andere EU- Staaten haben. Dies unabhängig davon, ob man selbst Kontakte mit Zuwanderer hat oder nicht. Man verlangt die volle Schärfe von Seiten des Staates. Von sich aus bleibt man reserviert, auch wenn in der Nachbarschaft eine Zuwandererfamilie ein sanierungsbedürftiges Haus gekauft hat und dieses renoviert. Ihrer Aufforderung sie einmal zu besuchen geht man aus dem Weg und hat keine ernsten Absichten diesem Wunsch nachzukommen. Man verschiebt den Besuch und verbindet damit Aufwendungen, wie dies unter unsereins der Fall ist. Man denkt dabei an einen offiziellen Termin, mit aufwendige Bekleidung und Geschenke. Die Zuwanderer denken an ein lockeres Zusammensitzen, wo man auf der Terrasse gemeinsam etwas trinkt.

Bei den Diskussionen über Migration verlangt man immer wieder, dass die Ausländer sich uns anpassen und auf uns zugehen müssten. Dabei funktioniert dies oft auch unter Landsleuten nicht. Wie soll eine Gemeinschaft, mit verschiedenen Kulturen, im Gemeindebau funktionieren, wenn schon bei Einheimischen vieles an verschiedenen Interessen scheitert. Vorhaben, wie eine Weihnachtsfeier in der Eingangshalle oder ein Sommerfest im Garten scheitern.

Versuchsstadium.

3 Gedanken zu „MI:gration

  1. Hallo Schlagloch 🙂
    Ein wichtiges Thema.
    Ich frage mich auch oft, wie das gehen soll: Die Migranten sollen sich in eine Gesellschaft einfügen (am besten nahtlos), die sie nicht kennen. Kennenlernen kann man eine Gesellschaft jedoch nur, wenn man teilnehmen kann. Um teilnehmen zu dürfen, muß man jedoch die Kultur schon kennen, dass wird mindestens erwartet.
    Eine böse Falle.
    Grüßli 🙂

  2. Hallo Schlafmütze!

    Die Ansprüche die wir stellen sind manches mal zu groß, in welchen Bereich immer. Egal ob Migration oder Berufseinstieg, oft wird etwas verlangt, ohne dass man die Gelegenheit hat, diese Voraussetzung zu erwerben.

    Gruss schlagloch.

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