ANT:wort

Kaum ein anderes Verkehrsmittel verbindet so viele Vorteile, ein großes Platzangebot und komfortable Sitze in den Waggons, wie die Eisenbahn. Die Bahnhöfe befinden sich zentral in der Stadt und es gibt Anschlüsse an die anderen öffentlichen Verkehrsmittel. In den Großstädten kann man vom Zug in die U-Bahn umsteigen und in Bahnhofsnähe befinden sich mehrere Hotels. Beim Kauf einer Fahrkarte ist es möglich eine Unterkunft mitzubuchen. Für die Zugreisenden gibt es keinen Megastau wie wir es vom Autoverkehr kennen. Als Lenker muss man beim Autofahren auf den Verkehr achten und nimmt die Landschaft, die Orte, durch die man fährt nur eingeschränkt wahr. Als Bahnfahrer kann man seine Aufmerksamkeit der Landschaft widmen. Ist die Sicht, wie  hier auf den Semmering, durch Nebel eingeschränkt, dann kann man sich der spätherbstlich gestimmten Innenwelt zuwenden.

Der Zug hat die Ebene des Wiener Beckens erreicht und fährt Richtung Wiener Neustadt. In den Ortschaften, rechts und links der Bahnstrecke, leben und arbeiten Menschen aus den unterschiedlichsten Motivationen. Durch die räumliche Trennung, ich im Zugabteil und die Anderen im Freien, stellt sich für mich die Frage: Warum und wozu nehmen wir uns die  Mühen im Alltag, der unterschiedlichsten Art, auf uns? Ich kenne für mich keine zufriedenstellende Antwort und werde sie wahrscheinlich auch nicht in einem der vielen  Bücher auf der Buchmesse in Wien  finden.

Antworten. 

2 Gedanken zu „ANT:wort

  1. Hallo Schlagloch
    Ich fahre auch Bahn. Zur Arbeit und zurück. Zusammen täglich eineinhalb Stunden. Und die genieße ich. Meistens lese ich auf der Hinfahrt die Tageszeitung und auf der Rückfahrt döse ich oder lese eine andere Tageszeitung.
    Tatsächlich habe ich mir schon ähnliche Gedanken gemacht, wenn ich aus dem Bahnfenster schaue. Da warten Leute an den Schranken und ich überlege, worüber sie wohl nachdenken, was ihr Leben ausmacht. Stelle mir vor: Die Frau geht in Gedanken den Einkaufzettel durch. Was erwartet sie wohl Zuhause, was denkt oder fühlt sie. Welche Wünsche hat sie.
    Was treibt uns an?
    Kann diese Frage überhaupt ausreichend beantwortet werden? Ich denke nicht.
    Liebe Grüße nach Kärnten 🙂

  2. Hallo Schlafmütze!

    Zeit zu haben, seine Gedanken streifen zu lassen, ist einer der Vorteile des Bahnfahrens. Als Autofahrer ist man mit seinen Gedanken an das Verkehrsgeschehen gebunden.
    Was treibt uns an? , fragt man sich besonders dann, wenn man antriebslos ist.

    Gruss schlagloch.

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