pferde:fleisch

Vieles ist in den letzten Wochen über den Fleischskandal in Kärnten berichtet worden. Produkte einer Lavantaler Fleischerei, wie Kärntner Hauswürstel und Lavanttaler Bauernsalami haben etwa zu 25 Prozent Pferdefleisch enthalten. Auf dem Etikett wurde dies aber verschwiegen. Diese Wurstwaren wurden in den großen Lebensmittelmärkten österreichweit verkauft. Die Beimengung von Pferdefleisch bei der Herstellung der Hauswürstel und der Bauernsalami bedeutete keinerlei Gefahr für die Gesundheit. In unserem Haushalt haben wir vor kurzem diese Wurstsorten gegessen und festgestellt, dass die Würste einen sehr guten Geschmack haben.

Der Betrug an der Sache ist, dass die Fleischhauerei bei der Inhaltsangabe das Pferdefleisch verschwiegen hat. Weiters, dass sie die Würste als ein heimisches Produkt, mit heimischen Fleisch von Rind und Schwein verkauft hat. Aller Wahrscheinlichkeit stammt das beigemengte Pferdefleisch aus Polen, wurde in Zypern verarbeitet, von einem holländischen Fleischgroßhändler importiert und von diesem hat der Fleischhauer das Pferdefleisch bezogen. Man fragt sich, ist es sinnvoll, dass das Fleisch kreuz und quer durch Europa gekarrt wird? Es gibt eine merkwürdige Verordnung, die besagt, dass stammen 50 % der Rohstoffe für ein Produkt aus Österreich, darf dieses als ein österreichisches Produkt bezeichnet werden. Es ist egal woher die übrigen Rohstoffe stammen. Diese Regelung gilt auch für andere Lebensmittel, wie Käse, Brot, Wurst, Marmelade usw.

In einem Supermarkt hat mir eine Wurstverkäuferin erzählt, dass neben der Entrüstung einiger Kunden über die falsche Etikettierung, andere Kunden es bedauert haben, dass besagte Würste mit Pferdefleisch nicht mehr erhältlich sind. Auch sie fanden, dass der Geschmack sehr gut war. Sie wurde gefragt, ob sie nicht unter der „Budel“ noch etwas von den „Pferdewürsten“ lagernd hat.

Unser Gespür für den Wert der Lebensmittel wird von den Diskontern täglich untergraben.  Sie werben damit, dass es soundso viele Prozente auf Fleisch- und Wurstwaren, auf Käse und Brot, Marmelade und Konserven, gibt. So, als hätten die Nahrungsmittel keinen moralischen Wert, sondern sind eine Ware die nur dazu dient, um mit satten Rabattaktionen neue Kunden zu werben.

Jetzt schlägt es 13.

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