weihnacht:flucht

Aus der Bibel kennen wir die Begebenheit, dass Josef und Maria ein paar Tage nach der Geburt Jesus von Bethlehem nach Ägypten geflohen sind. König Herodes ließ, aus Sorge um seinen Königsthron, alle Neugeborenen in  seiner Provinz töten. In unseren Breiten setzt zu den Weihnachtsfeiertagen eine Flucht in die verschneite Bergwelt oder in den nahen und fernen Süden ein, Weihnachtsflüchtlinge. Die einen haben über Weihnachten einen Skiurlaub gebucht, andere, denen es  in Mitteleuropa zu kalt ist, fliegen zum Jahreswechsel in ferne Länder, wie Thailand, Indonesien oder Malediven. Eine eigene Gruppe von Weihnachtsflüchtlingen sind die Bustouristen, zum Großteil Senioren mit Partner oder allein stehend. Die Kinder sind schon lange aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Sie wollen sich die Mühe, in der Wohnung  mit viel  Aufwand Weihnachtsstimmung herzustellen, nicht antun. Zumeist bleibt es doch bei der einsamen Zweisamkeit. Österreichische Senioren zieht es an die Strände der oberen Adria, welche in ein paar Stunden erreichbar sind. Die größeren Hotels sind mit Schwimmbädern mit geheiztem Meerwasser ausgestattet und die Tagestemperaturen liegen bei Schönwetter zwischen zwölf und fünfzehn Grad plus. Die Hotelhalle und der Speisesaal  strahlen weihnachtliche Stimmung aus und es wartet ein festliches Essen. Während der  Busfahrt oder beim Abendessen im Speisesaal ergeben sich neue Kontakte mit netten Menschen, die sonst nicht zustande gekommen wären. Geselligkeit, gepaart mit Komfort und festlicher Stimmung, sowie angenehme Temperaturen lassen eine trübe Wintermelancholie verblassen. Mit einem Weihnachtsurlaub kann man dem Umstand,  dass man allein zu Hause unterm Weihnachtsbaum sitzen würde, entgegen steuern.

Mit einem kleinen Geschenk will man die netten Tischnachbarn beim Weihnachtsgalaessen überraschen. Eine Besonderheit in den vorweihnachtlichen Gassen von Opatija sind die kleinen Verkaufsstände. An allen Straßenecken werden Bären und Schneemänner aus Schokolade angeboten, keine Engel oder Weihnachtsmänner. Auf der Caffeeterrasse machen Weihnachtsmänner Musik und in der Bucht wurde ein geschmückter Weihnachtsbaum in das Meer verpflanzt.

Die Einheimischen besorgen sich am Tag vor Weihnachten noch Lebensmittel und Geschenke für die Festtage im Konzum und bei BIPA. In Kroatien liegt die Arbeitslosenrate bei 25 Prozent. Um etwas zu verdienen werden die Menschen einfallsreich.Durch Klopfen an der Autoscheibe macht ein langsam fahrendes Auto die Fußgeher am Gehsteig auf sich aufmerksam. Uns wird zum Verstehen gegeben, ob wir nicht eine Pralinenschachtel kaufen würden. Fahrende Pralinenhändler. Heute, am 23. 12. sind viele Autos in der Stadt unterwegs und die Parkplätze in Opatija knapp. So wird nicht nur entlang der Straße, sondern auch auf den Gehsteigen und im Parkverbot  geparkt. Der Parkraumwächter lässt sich dieses Weihnachtsangebot nicht entgehen. Autos, welche außerhalb der Parkstreifen geparkt haben, werden fotografiert und die Autokennzeichen in ein elektronisches Parkraumüberwachungsgerät eingetippt. Diese Autobesitzer erhalten als „verspätetes Christkindl“ einen Strafzettel. Weihnachtsgeschenk.

Schwimmende Weihnachtsbaum

Schwimmende Weihnachtsbaum

Allen Leserinnen und Lesern ein friedvolles Weihnachtsfest !

3 Gedanken zu „weihnacht:flucht

  1. Hallo Franz 🙂
    Oh, ihr verbringt eure Weihnachtsfeiertage an der Adria?
    Ich wünsche euch eine schöne Zeit mit vielen netten Menschen und schönen Eindrücken. Bleibt ihr bis nächstes Jahr .. ? 😉
    Kommt gut ins neue Jahr und bleibt gesund und zufrieden.
    Herzliche Grüße 🙂 sendet die Schlafmuetze

  2. Hallo schlafmuetze.
    Danke. Wir sind bis Neujahr am Meer, ohne Schnee. Dir Prosit 2014.
    Gruss schlagloch.

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