hitze:stau l

Statistiken belegen, dass auf den Landstraßen, wo wenig Verkehr ist, man sich beim Autofahren der höchsten Gefahr aussetzt. Die Landjugend benützt die Nebenstraßen als geheime, nicht deklarierte Rennstrecken. Hier kann man richtig Gas geben, ohne dass man abgemahnt wird und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Das nicht gefährdet gilt so lange, solange es keinen Gegenverkehr gibt. Will ich dem starken Verkehr auf einer überlasteten Bundesstraße  ausweichen, wo  in den Sommermonaten die Urlauberströme weit in die Täler hineintreiben, so wähle ich eine dieser Landstraßen. Diese verbinden die einzelnen Ortschaften in den Tälern direkt, ohne Umfahrungsstraße. In den Kurven sollte man auf alle Fälle in Bremsbereitschaft sein und am äußersten rechten Rand fahren. Es passiert mir regelmäßig, benütze ich eine solche Gemeindestraße, dass ein cooler Führerscheinneuling mit überhöhter Geschwindigkeit in die Kurven reinfährt und sie schneidet. Die Kurve wird nicht ausgefahren, sondern abgeschnitten und damit das entgegenkommende Auto massiv gefährdet. Die Hitze treibt auch bei der Jugend den Blutdruck massiv in die Höhe und animiert zum leichtsinnigen Fahrverhalten.

Es liegt schon einige Jahrzehnte zurück, damals waren wir als Jugendliche auch keine frommen Autofahrer.  In diesem Alter haben wir auf den Gemeindestraßen manche Vorsicht und Rücksicht außer Acht gelassen. Die meisten Bergstraßen und Hofzufahrten waren nicht asphaltiert, sonder nur mit groben Schotter befestigt. Dieser Schotter erwies  sich in den Kurven, bei überhöhter Geschwindigkeit, als besonders gefährlich. Je nach Antriebsart rutschte das Auto vorne oder hinten weg. Einige von uns hatten noch keinen Führerschein und waren trotzdem mit dem Auto vom Freund unterwegs. Kam es bei einem Unfall zu einer Verletzung, dann war es ein Sturz mit dem Moped. Welche Konsequenzen das Rasen und das Schwarzfahren haben könnten, dachten wir Jugendliche nicht. Hörten die Anrainer der Bergstraße in Rudersdorf, Politzen und Nußdorf ein gewisses Motorengeräusch nahen, so versuchten sie noch schnell die Kinder, die Hühner und die Katzen in den Straßengraben zu verscheuchen, bevor mein Bruder mit seinem auffrisierten Mazda durchraste.

Salto

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.