buß:kleid

Nach dem letzten Höhepunkt des österreichischen Faschingstreibens, der Übertragung der Villacher Faschingssitzung im Fernsehen, überrollt uns die volle Wucht der schlechten Nachrichten.  Während des Faschings konnte man zwischendrin mit einer humoristischen Pointe rechnen. Jetzt stehen wir ohne Karnevalskostüm, ohne Narrenhut und Schminke im Büßergewand da. Wobei die meisten darüber rätseln, wie sie dazukommen, für die riesigen Geldprobleme der südlichen EU- Mitgliedsstaaten zu zahlen. Warum sollen die Normalverbraucher  von  ihren Löhnen und Pensionen dazuzahlen,  um die Milliardenschulden zu begleichen, die von den Verantwortlichen an der Regierungsspitze verludert wurden. Es mangelhafte Kontrollen durch die Bankenaufsicht der EU gegeben hat. Eine breite Bevölkerungsschicht  hat das Geld in Griechenland verprasst und jetzt sollen andere dafür gepfändet werden.  Hier frage ich mich, inwiefern die Gleichnisse aus der Bibel in der heutigen Wirtschaft anwendbar sind.  Dazu fällt mir ganz spontan ein, wie der Vater dem verlorenen Sohn, bei seiner Heimkehr, obwohl er das ganze Erbteil verprasst hat, ein Festmahl bereitet. Dabei hat die Reue des Sohnes eine Rolle gespielt. Im Fall Griechenland höre ich, wie die Bankmanger und die Spekulanten höhnisch lachen, dass es durch Mark und Bein geht.

Es sind nicht die Griechen allein, es gibt auch andere EU-Länder, die nach Unterstützung rufen. Die EZB druckt unvorstellbare Summen an Euros und kauft damit wertlose Staatsanleihen auf. Man kauft den Banken ihre spekulativen Staatspapiere ab. Die einzigen die davon profitieren sind die Banken und die Spekulanten. Angeblich soll damit der private Konsum und die Wirtschaft angekurbelt werden. Wie dies geschehen soll ist mir ein Rätsel?  Der einzelne EU- Bürger erhält nicht mehr an Lohn. Einzig die Spekulanten, welche sich zu günstigen Kursen mit faulen Staatspapieren eingedeckt haben, machen jetzt Gewinne.  Es beschleicht mich  ein ungutes Gefühl, wenn ich darüber nachdenke.  Es entsteht der Eindruck, als würden die EU-Finanzminister mit den Bankmanagern und den Spekulanten unter einer Decke stecken. Wir durchschnittlichen Staatsbürger bekommen von den Politikern zu hören, dass man den Bank-und Börsensektor stärker kontrolliert. In der Politik und im Bankwesen gibt es dasselbe Muster,  man muss genau mit dem Gegenteil rechnen, von dem was veröffentlicht wird.

Von Bekannten habe ich erfahren, dass beim Wertpapiersparen genau die Wertpapiere, welche vom Bankberater empfohlen wurden, sich am schlechtesten entwickelten. Wahrscheinlich hat der Kundenberater für diese Papiere die größte Provision erhalten.

Verkehrte Welt.

4 Gedanken zu „buß:kleid

  1. Hallo Schlagloch,
    den Villacher Fasching genießen wir jedes Jahr im Fernsehen.
    Deinem Text kann ich nur voll und ganz beipflichten.
    Komischerweise ist mir auch das Gleichnis vom verlorenen Sohn zu der Griechenland Problematik eingefallen. Es fehlt mir jedoch der Ausdruck von Reue.
    Kann der einzelne Bürger eigentlich noch etwas bewirken ?

    LG. Jeremia

  2. Hallo Jeremia!

    Die TV- Übertragung des Villacher Fasching haben auch wir genossen, den „EU Bauer“ kennen wir persönlich. Am Faschingsmontag haben wir ein Rosenmontagskonzert besucht, Moderator ebenfalls der EU-Bauer. Manfred Tisal macht dies sehr gut.

    Das Griechenlandfinanzdebakel geht in die Verlängerung, wie beim Fußball. Es wird wohl durch ein „Elfmeterschießen“ entschieden, wer die besseren Nerven und Spieler besitzt, gewinnt.

    Gruss schlagloch.

  3. Die Argumente gegen die Unterstützung Griechenlands stimmen sicher alle und ich habe keine Ahnung von Finanzpolitik. Trotzdem möchte ich – Bauchgefühl! – dass die Griechen in der EU und beim Euro bleiben. Mir gefallen diese neuen jungen Politiker ohne Krawatte. Linke Motorradfahrer, die wie Popstars auftreten. Cool, man! Echt. Die sollen es den alten Knackern mal richtig zeigen. Sowohl den Politikern wie Schäuble als auch den reichen griechischen Reedern, die keine Steuern zahlen!

  4. Hallo Schreibmann!

    Ja! Es ist gut, dass es mit der griechischen „Schattenwirtschaft“ zu Ende geht. Ca.
    80 Milliarden Euro an Abgaben und Steuern schulden die Griechen dem Staat, dies sind wahrscheinlich nicht nur die „Reichen“. Wer Unterstützung vom Staat will, muss zuerst den Staat unterstützen.

    Gruss schlagloch.

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