aller:gene II

Durch den regelmäßigen Umgang als Kinder mit Staub und Schmutz wurden unsere Immunsysteme gefordert und somit widerstandsfähiger. Noch heute empfehlen Kinderärzte, wenn Kleinkinder seit der Geburt unter einer Allergie leiden, dass man sich mit dem Kind stundenweise in einem Kuh- oder Pferdestall aufhalten soll. Dies würde wesentlich zur Stärkung des Immunsystems beitragen. Andere Ärzte verschreiben zur Immunstärkung aufwendige Multivitaminpräparate, orthomol-immun, die man haufenweise und über Monate einnehmen muss.

Die Schadstoffe, welche wir täglich einatmen und mit der Nahrung aufnehmen, summieren sich. Zu den Kuriositäten zählt, dass Bionahrungsmittel, wie Gewürze und Tee aus China kommen. Für mich ist es fraglich, ob dort wirklich kontrolliert wird und ob es sich um dasselbe Bioverständnis handelt, wie wir es haben. Selbst Bioostereier kommen aus dem fernen Osten und wie bei denen die Haltbarkeit verlängert wurde, ist unbekannt. In einer Fernsehreportage hat sich ein Importeur beim Gespräch verraten und gesagt, dass Nahrungsmittel mit Kambodscha etikettiert werden, anstatt mit China. Der Ruf Chinas als Bioproduzent ist einigermaßen ruiniert. Die Lebensgefährtin lehnt es ganz entschieden ab, Obst und Gemüse aus Spanien zu kaufen. Dort hat das Gemüse nie eine Erde genossen, zumeist wird es in Nährlösungen herangezogen. Zusätzlich mit Pestiziden besprüht, eine Vorsorgemaßnahme. Als Bauernkinder hatten wir sehr intensiven Kontakt mit Schädlingsbekämpfungsmittel, ebenso mit Düngemittel und anderen Chemikalien. Von der Vertretung der Bauernschaft, der Landwirtschaftskammer, wurde der Einsatz von Düngemittel als Fortschritt gesehen, weil die Erträge pro Hektar Grün- und Getreideflächen gesteigert werden konnten.

Bioschnitzel.

2 Gedanken zu „aller:gene II

  1. Hallo Schlagloch,
    wie du schon erwähntest, hatten Kinder, die auf Bauerhöfen aufwuchsen, regelmäßigen Kontakt mit Schmutz und Dünger. Das Immunsystem wurde gefordert.
    In den letzten Jahren wurden allerdings immer mehr Pestizide eingesetzt und unser Immunsystem musste lernen zu unterscheiden, was gefährlich, also bekämpft werden muss, und was harmlos ist.
    Heute wird die Haltbarkeit und das Aussehen der Lebensmittel durch Chemikalien verlängert. Das Unterscheiden von Verträglichem und Schädlichem wird für unser Immunsystem immer schwieriger. Es spielt verrückt und stürzt sich auf alles. Die Allergien sind im Vormarsch.
    Wenn der Landwirt immer mehr Geld für Schädlingsbekämpfungsmittel ausgibt, nur um größere Erträge zu haben, hat er dann wirklich einen Gewinn?
    Viele Schädlinge sind auch Nützlinge.
    Menschen die an Allergien leiden, versuchen die Auslöser zu meiden oder zu bekämpfen. Mit mehr oder weniger gutem Erfolg. Die Heilung besteht aber in der stufenweisen Annäherung und der Auseinandersetzung des Stoffes. So wie bei den Kindern am Bauernhof.
    Heute nehmen die Menschen nicht mehr alles kommentarlos an. Jede Erneuerung oder Veränderung wird erst einmal bekämpft, ohne sich eingehend damit auseinander gesetzt zu haben. Ob das jetzt Handymasten, Windräder oder Schallschutzwände sind. Egal, wir sind dagegen. Genau das tut das Immunsystem im Körper. Es setzt sich nicht mehr auseinander mit den Stoffen, sondern bekämpft einfach alles. So nehmen auch die Autoimmunkrankheiten zu.
    LG. Jeremia

  2. Hallo Jeremia!

    Ich habe öfters den Eindruck, dass die Natur, die Umwelt, unser Körper mit unseren Erfindungen, gute und schlechte, nicht Schritt halten kann. Vieles passiert allzu schnell und stiftet im natürlichen Kreislauf nur Verwirrung. Vieles passiert auch um den Gewinn zu steigern und bringt zumeist nur kurzfristig einen Vorteil.

    Der Mai macht vieles wieder gut.

    Gruss schlagloch.

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