fichten:staub

Ein besonderes Schauspiel erlebte ich im Mai in Gaschurn. Von der Terrasse aus beobachtete ich am Berghang gegenüber, wie sich plötzlich eine Rauchwolke gegen den Himmel erhob und an einer anderen Stelle wieder. In den ersten Minuten glaubte ich, es ist ein Waldbrand ausgebrochen. Bei längerem Hinsehen entpuppten sich die Rauchwolken als Staubwolken. Die gelblichen Staubwolken haben sich zu einem Band formiert und sind talauswärts gezogen. Dieses Spektakel hat sich eine Woche lang tagtäglich wiederholt. Auch naturferne Menschen haben sich gefragt, was die Ursache für diese Erscheinung ist? Dieses Jahr haben die Fichten in großem Ausmaß geblüht, wie es nur alle vier oder sieben Jahre der Fall ist. Die vermeintlichen Rauchwolken waren Blütenstaub. Ich erinnere mich nicht, dieses Phänomen schon einmal so hautnah beobachtet zu haben. Obwohl ich im Frühjahr ein wenig an einer Blütenallergie leide, hatte dieser Blütenstaub keinerlei Nachwirkungen. Eine Fichtenblütenallergie sei äußerst selten, so die Mediziner.

Der Schöpfer hat uns in Südösterreich ein Geschenk gemacht. Schon Ende April hat es Tageshöchsttemperaturen zwischen 25 und 30 Grad gegeben und die Natur hat sich schlagartig entfaltet. Die Obstbäume haben um vierzehn Tage früher als sonst geblüht und das Gras auf den Wiesen wird derzeit überall gemäht. Eine frühe Obstblüte birgt die Gefahr in sich, dass es zu den Eisheiligen, wie die Tage Mitte Mai genannt werden, zu einer Schlechtwetterperiode kommt. Gibt es dann in der Früh Frosttemperaturen, können die Blüten erfrieren. Voriges Jahr war dies der Fall und in Kärnten hat es kaum Obst gegeben. Dieses Jahr zeigten sich die Eisheiligen, Pankratius, Servatius und Bonifatius von der milden Seite und die Besitzer von Obstbäumen freuen sich auf eine reiche Ernte.

Frühobst

7 Gedanken zu „fichten:staub

  1. Blütenstaub kann sehr hoch fliegen, Franz.
    Ich hatte mal eine Aufnahme gemacht, aber auf dem Foto war der Eindruck schwächer als mit dem Auge.

  2. Schön, wenn man Zeit und Muße hat, die Natur genauer zu beobachten. Da gibt es immer wieder tolle Sachen zu sehen.
    Wenn ich mal in Rente gehe, werde ich mich ganz viel draußen in der Natur aufhalten, das habe ich mir fest vorgenommen. Dauert aber noch ein paar Jahre.
    Grüßli 🙂

  3. ja, die früh Obstbaumblüte, auch wir in NÖ haben gebangt, wie das werden wird heuer mit den Einsheiligen und möglichen Spätfrösten. Die sind dankbarerweise ausgeblieben, doch bis zur Ernte im herbst kann noch allerhand passieren mit den Früchten bei all den Unwettern. Wie schnell ist eine Ernte zerstört bei Hagel!

  4. Hallo Schlafmütze!
    Des öfteren habe ich mich schon gefragt, woher unsere Reiselust in exotische Länder kommt? Selbst in unmittelbarer Umgebung, wie z. B. auf der Napoleonwiese, zehn Minuten entfernt, gibt es erstaunliche Dinge zu entdecken.

    Wer es urbaner will, findet auch in Europa interessante Städte.

    Gruss schlagloch

  5. Hallo Schlagloch, du bist in der Nähe der Napoleon Wiese daheim? Bad Eisenkappel? Ich hab dort Bekannte und wir waren im März in der Gegend vom Hochobir.
    Liebe Grüße, Rosenherz

  6. Hallo Rosenherz,

    in Warmbad – Villach gibt es auch eine Napoleon Wiese. Bad Eisenkappel mit seinem Kurheim und der Schriftstellerin Maja Haderlap.

    Gruss schlagloch

  7. Hallo Schlagloch,
    Maja Haderlapp steht auf meiner Liste der zu lesenden Bücher. Auf einer Zugfahrt habe ich unlängst in den ersten seiten des Buches gesmökert und mich von der Sprach- und Erlebniswelt der Protagonistin faszinieren lassen.

    Mit lieben Grüßen nach Süden, Rosenherz

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