egger:marterl II

Bald bin ich, den Blick auf den Faakersee und den Mittagskogel gerichtet, in diese kindliche Stimmung verfallen. Ich habe Mühe meine Augen zu öffnen, als am nahen Parkplatz ein Auto ankommt und die Autotüren zugeschlagen werden. Gleich werden von den Gästen Spekulationen laut, aus welcher Position man am besten das Egger Marterl, den Faakersee, den Mittagskogel und die Kinder auf ein Bild bannen kann? Für das Beste aller Fotos werden die Kinder zum Marterl gestellt, dann in ein Blumenbeet gesetzt, einmal mit der Mutti, dann wieder ohne Mutti und einmal vom Vater auf die Arme genommen. Dabei gilt es auf den Verkehr zu achten, auf der schmalen Straße nähert sich das nächste Fahrzeug für einen Fotostopp.

Das Fotografieren mit dem Handy ermöglicht es, den Aufenthalt bei landschaftlich schönen Aussichtspunkten oder Sehenswürdigkeiten zu verkürzen. Fotostopps ist das Zauberwort, mit dem heute bei Stadtrundfahrten angekündigt wird, dass für alle die Möglichkeit besteht den Reisebus für fünfzehn Minuten zu verlassen, um ein Foto zu schießen. Danach geht die Besichtigungstour mit dem Bus weiter. Viel Geschick ist notwendig um das Objekt auf das Handy zu bannen und dabei nicht unter die Räder des vorbeifließenden Verkehrs zu kommen. Nach Möglichkeit soll es nicht nur ein Foto vom Palast, der Burg oder des Domes sein, es soll ein Selfie sein. Der Beweis, dass man an Ort und Stelle war. Die weite Verbreitung des Smartphons erleichtert es, den Nächsten zu bitten, ob dieser ein Foto mit dem Dom im Hintergrund machen kann? Kaum jemand lehnt diese Bitte ab, fast jeder ist mit der Bedienung des Smartphone vertraut. Dies dürfte ein Beitrag des Smartphons zur Völkerverständigung sein. Das Geschehen am Egger Marterl ist ähnlich.

Wassertemperatur

Ein Gedanke zu „egger:marterl II

  1. Ich hatte tatsächlich noch nie jemanden gefragt, ob er ein Smartphone-Foto von uns beiden machen würde.

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