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Die Meinungen unter den Pfarrern über das Wesentliche an der Eucharistiefeier gehen auseinander. Für die Einen ist das Essentielle nicht die Kontemplation, sondern das Gemeinschaftserlebnis vor, während und nach der Messe. Dazu kommt das gemeinsame Abendmahl, der Empfang des Leib des Herrn. Weiters die Gedanken aus der Predigt, sofern sie persönlich und nicht vorgedruckten Predigen Bücher oder diözesanen Webseiten entnommen sind.

Wie ich in der Karlskirche beobachten konnte lässt der Fokus für die Zelebration nach. Es ist nicht außergewöhnlich, dass die Kirchenbesucher mit Nordic Walkingstöcken und in Laufbekleidung der Heiligen Messe beiwohnen. Vom Nordic Walking oder vom Joggen im Resslpark in den Gottesdienst der Karlskirche. Das Freizeitgebaren findet in der Kirche seine Fortsetzung. In den Stadtrucksäcken führen die meisten ein oder zwei Mineralwasserflaschen bei sich und laben sich daraus. Teilweise ist dies den hohen Tagestemperaturen und der schwülen Luft, welche sich bei einer Hitzeperiode in den Kirchen festsetzt, geschuldet.

Bei einem festlichen Anlass wird der Gottesdienst durch die Abordnung einer  Burschenschaft mit ihren Traditionsfahnen aufgewertet. In ihren Uniformen leiden sie besonders unter dem schwülen Klima, außerdem sollen sie strammstehen. Da vielfach die alte Garde, die ohne mit einer Wimper zu zucken Spalier gestanden ist, abgetreten ist, übernehmen Jüngere diese Aufgaben. Diese weichen von der militärischen Haltung ab und lassen sich von besorgten Mamas und Schwestern während ihres Auftrittes mit Mineralwasser versorgen. Die Situation gleicht dem Bild, als würden junge Vögel von ihren Eltern mit Futter versorgt. Ein weiteres Zugeständnis ist, dass man den quengelnden Kindern einen Apfel oder eine Brezel aus dem Rucksack zaubert, um sie zu beruhigen. Damit wird die Agape nach der Messe vorweggenommen.

Spalier

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