bird:box

In der Birdbox, dem großen Nistkasten, vor dem Musil Museum in Klagenfurt sitze ich bequem in einem Fauteuil. Die Box steht nahe am Kreisverkehr vor dem Klagenfurter Hauptbahnhof. Warten auf Vögel, so nennt sich die Ausstellung von Josef Bernhardt. Ob sich Gert Jonke in meiner Situation, an einem Verkehrsknotenpunkt, auch gefragt hätte: „Wo sind die Vögel, sind sie heute nicht da“? In den Kreisverkehr mündet die Bahnhofstraße, am rechten und linken Fahrbahnrand stehen blühende Kastanienbäume. Eine Einladung an die Vögel, sich hier blicken zu lassen. Auf der anderen Straßenseite befinden sich die Amtsräume meine Krankenversicherung, Der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft. Vor etwa acht Jahren habe ich das Erste und einzige Mal die Büroräume aufgesucht, um mich über meinen möglichen Pensionsantritt und die voraussichtliche Pensionshöhe zu informieren. Meine heutige Lebenssituation erlaubt es mir an einem Wochentag hier zu sitzen und auf die Vögel zu warten. Viele der vorbeigehenden Passanten nehmen mich in der Birdbox  gar nicht wahr, einige Passanten werfen mir einen Blick zu, ich lächle zurück. Mancher blickt vielsagend in mein Gesicht, in der Nähe des Musil Hauses ist man einen gewissen Schabernack gewöhnt. Hier auf die Vögel zu warten, der hat wohl einen Vogel, Kärnten ist reich an Vogelexistenzen.

Ich bemühe mein geschultes Ohr, ich höre keine Vogelstimmen. Menschliche Stimmen erreichen mein Ohr, lange bevor die Augen die Fußgeher erblicken. Die stärksten Geräusche verursachen aber die Autos, wenn sie kurz anhalten und dann in den Kreisverkehr einfahren. Oft werde ich Zuhörer eins Telefonats. Ich fühle mich angesprochen, wendet sich der Kopf einer schlanken Dame zu mir und sie, „ich habe dir ja gesagt wir können uns abends nicht treffen“, in das Handy spricht. Bin ich damit gemeint? Eine Frau mit weißen Haaren, still in sich lächelnd, stützt sich auf ihren Rollator ab. Im Gitterkorb befinden sich Zeitschriften von einem Lesezirkel, sie bleibt stehen. Ruht sie sich aus oder geht es ihr darum diese Existenz im großen Nistkasten zu betrachten?

Vogelfrei

Ein Gedanke zu „bird:box

  1. „13.“: „Radegundis“, Frankreich, einerseits, nach ihr wäre die Kirche am Schöckl benannt, aber zugleich, „13.“, „Radegundis“, Bayern, „1429“ n. Jesu Geb. andrerseits, von der Wölfe im Wappen des Ortes stammen würden. Sie, eine Dienstmagd wie Notburga, wurde von Wölfen zerrissen, als sie Hilflosen Hilfe bringen wollte.

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