bird:box II

Gerade ist ein Spatz auf dem Trottoir vor der Birdbox gelandet, hat aber gleich wieder abgehoben. Wurde er von den Worten des nächsten Passanten, „ich habe Emma gebeten Sabrina vom Kinderhort abzuholen“, aufgeschreckt. Der Großteil strömt zielbewusst dem Bahnhof zu, in einer Hand zumeist eine Tragtasche von einem Lebensmitteldiskonter. Die Fußgeherampel blinkt unentwegt gelb. Beim Einbiegen in den Kreisverkehr kommen immer wieder Radfahrer in das Schwanken und Balancieren, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Auf der Straße fahren Taxis, Firmenautos aus dem Baugewerbe, Paketdienste und Omnibusse vorüber. Kurzfristig ist es sonnig, sofort werden die Gesichtszüge der Passanten freundlicher. Bevor über dem Bahnhofsviertel eine wahrlich dunkle Wolke erscheint. Vor dem Gewitter kann der Regenschirm als Gehhilfe verwendet werden. Immer mehr Fußgänger haben ein Papiersackerl vom Bäcker oder ein Plastiksackerl mit Bananen, Äpfel und Orangen in der Hand. In den Alufolien verbergen sich wahrscheinlich eine Portion heißer Leberkäse oder ein Kebab für die Mittagspause.

Wenige Minuten vor Mittag könnte die falsche Zeit sein, um auf Vögel zu warten? Wahrscheinlich sind sie tagsüber am Stadtrand und kehren erst abends in die Innenstadt zurück? Unsere Wohnungskatze Sissi weiß diesbezüglich besser Bescheid. An Schönwettertagen sitzt sie ab fünf Uhr morgens zwischen den Blumentöpfen auf  der Loggia und überwacht den Flugverkehr der Vögel. Keine Flugbewegung entgeht ihrem geschulten Auge. Mit den Monaten hat sie sich zu einer exzellenten  Fluglotsin entwickelt.

Aussicht

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