wahr:heit

Aufmerksam horchte ich am  Adventsonntag der Verkündigung des Evangeliums in der Dreifaltigkeitskirche zu. Dieses Kirchenjahr begleitete uns der Evangelist Matthäus. Eine spannende und umstrittene Bibelstelle wird vorgetragen. Das Evangelium erzählt die Umstände wie Maria ein Kind erwartet, ohne mit ihrem Verlobten Josef intim gewesen zu sein. Josef empfindet dies als eine Schande und  will sich von ihr trennen. Im Traum erscheint ihm ein Engel, der ihn aufklärt: „Denn das Kind, das sie (Maria) erwartet, ist vom Heiligen Geist“.  Weiteres heißt es im Evangelium: „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären…“ Bekannt ist diese Bibelstelle bei den Kirchengängern unter dem umgangssprachlichen Ausdruck Jungfraugeburt.

Gespannt warte ich auf die Auslegung des Evangeliums, auf die Predigt des Herrn Pfarrer. Für mich gehört die Menschwerdung Gottes zu den zentralen Eckpunkten des christlichen Glaubens. Zum Anderem widerspricht es unserem menschlichen Verständnis, dass der Heilige Geist, ein Spezifikum der katholischen Religion, mit einer irdischen Frau ein Kind zeugt. In den Mythen älterer Religionen gibt es dafür Parallelen, Götter haben immer wieder mit irdischen Frauen ein Kind gezeugt.

Die katholische Religion erhebt für sich einen geschichtlichen Wahrheitsanspruch. Wessen Art wird die Auslegung dieser Bibelstelle sein, frage ich mich still. Am Beginn der Predigt weist der Herrn Pfarrer auf folgendes hin: „Vom Anfang bis zum Schluss hat das Evangelium eine große Botschaft, Gott ist mit uns. Und diese Botschaft hat einen Namen, ein Gesicht. Sie ist nicht zuerst etwas, sondern jemand, Jesus“.

Aus dem Tagebuch…

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