bub:mädchen

Ein Diskurs im Sprachcafé  entspannte sich über das Geschlecht des Wortes classmate, der Mitschüler oder die Mitschülerin? Die englische Sprache kennt keinen Artikel, wie wir ihn in der deutschen Sprache benützen. Will man wissen, ob es ein Bub oder ein Mädchen ist, muss man nachfragen: it es a boy oder it es a girl. Die englische Sprache hat in ihrer Entwicklung Weitblick bewiesen. In den Ländern Nordeuropas ist es bereits verpönt, die Eltern von Kleinkindern nach dem Geschlecht ihres Kindes zu fragen. Die neue Generation soll geschlechtsneutral aufwachsen. Das bedeutet im Alltag, dass die Kinder abwechselnd einmal als Mädchen, dann wieder als Bub erzogen und gekleidet werden. Bislang wurden für Buben Bagger, Autos und Bausteine und für Mädchen, Puppen, Puppenkleider sowie Kochgeschirr gekauft. Jetzt ist es Praxis, alles bunt zu mixen. Das Kind ab dem dritten Lebensjahr soll selbst entscheiden, ob es lieber mit Puppen oder mit Autos spielt. Beim Eintritt in die Schule darf jedes Kind frei wählen, will es lieber Friedrich oder Frieda heißen. Wie dies bei der Ausstellung der Geburtsurkunde gehandhabt wird, dass das Geschlecht erst nach dem sechsten Lebensjahr eingetragen wird, lässt sich kinderleicht mit einem Gesetz bestimmen.

Ähnliches war sogar Anfang der vierziger Jahre, bei meiner Schwester möglich. Sie ist im November geboren. Vater und Mutter waren zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht verheiratet, sie hatten die Absicht Ende Dezember zu heiraten. Somit war die Schwester ein uneheliches Kind. In ihrer Geburtsurkunde steht aber schon der Familienname des Vaters. Der Vater hat den Amtsleiter der Gemeinde darauf angesprochen, dass die Hochzeit kurz bevorsteht, somit wurde die Schwester im Register und auf dem Geburtsschein als eheliche Tochter eingetragen.

Bub oder Mädchen

Ein Gedanke zu „bub:mädchen

  1. Mein Großvater väterlicherseits musste seine 13-jährige Tochter ins Nervenkrankenhaus schaffen. Was sie hatte, weiß ich nicht.
    Er wollte sie für die Feldarbeit wieder haben, doch sie blieb dort. Man attestierte ihr „Komplette Verblödung“. Immerhin überlebte sie dort die Kriegszeit.
    Weit bis in ihre Neunziger lebte sie in einem anderen Nervenkrankenhaus, da war mein Vater schon tot.

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