literatur:neu

Als literarisches Gütesiegel gilt, wenn ein Text in einem größeren Verlag veröffentlicht wird. Verkaufsfördernd wirkt, findet das Buch seinen Weg in das Feuilleton einer Qualitätszeitung. Kennt man die Zahl der deutschen Buchneuerscheinungen, im Jahre 2019 zirka neunzigtausend, dann kann man darüber nachdenken, wie viel Prozent der Bücher davon besprochen wurden. Anderseits gibt es Literaturzirkel, wo ein Redakteur dem Anderen eine Autorin, einen Autor weiterreicht. Gehört man nicht dazu bleibt man mit seinen Texten draußen vor. Deshalb sind die Herausgeber von Literaturzeitschriften in den Zentren umschwärmt. Literaten aus entlegenen Tälern, die sich dreimal im Jahr in die Hauptstadt verirren, bleiben chancenlos. Reicht es für meine Person in frühen Jahren in diversen Literatur- und Kulturzeitschriften veröffentlicht zu haben? Kann ich damit den Status eines Schriftstellers einnehmen und kann dieser Status auch wieder aberkannt werden? Einige Namen wo ich veröffentlicht habe, Schreibarbeiten, Brücke, Esse, sowie Pult, Sterz und Manuskripte.

Für Schriftsteller, Literaten und Poeten gab es um die Jahrtausendwende eine Zeitenwende durch das Internet. Die neuen Literaturplattformen im Web schafften neue Veröffentlichungsmöglichkeiten. Ich erinnere mich an online-roman und e-stories, dort habe ich Gedichte und Geschichten veröffentlicht. Diese sind heute noch online. Angedacht war eine Interaktion zwischen den Autoren und den Lesern. In den ersten Jahren war dies möglich, aber irgendwann haben die meisten vor der Fülle der Veröffentlichungen kapituliert. Hinzugekommen ist das Selfpublishing von Büchern, wie das Meiste in den letzten Jahrzehnten ein Geschäftsmodell für die Anbieter. Bei diesem rasanten literarischen Wachstum habe ich mich auf meine Blog Schlagloch zurückgezogen. Dort gibt es laut Feedstats täglich ca. 220 Leser. Über einen Zeitraum von zehn Jahren wurde das Blog vom Literaturarchiv Marbach gescannt und gespeichert, diese Jahre sind weiter abrufbar. Mit dem Internet erreiche ich neue Leserschichten.

In einem Gespräch hat eine Professorin welche sich dafür engagiert, dass die Schüler Bücher lesen erzählt: „Im Lehrplan für die österreichischen Gymnasien ist es nicht mehr vorgeschrieben, dass die Schüler bis zur Matura Bücher lesen sollen oder müssten. Es liegt an der Eigeninitiative der Professoren, wenn sie Bücher als Lesestoff in den Deutschunterricht einbaut. 

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