kalter:krieg

Eine nette Geste der österreichischen Bundesbahnen für die Besitzer einer Vorteilskarte ist, sie dürfen am Geburtstag alle Züge in Österreich gratis benützen. Dabei ist es belanglos welche Zugstrecke man wählt. Dies kann eine Fahrt von Villach nach Hermagor, aber genauso von Villach nach Graz oder Salzburg sein. Dieses Jahr habe ich den Geburtstagsbonus für eine Fahrt nach Salzburg benützt. Während der Sommermonate wurde die Abfahrtszeit des IC nach Dortmund von 9.17 Uhr wegen einer Baustelle in Bayern auf 8.33 vorverlegt und der Zug über Kufstein umgeleitet. Für mich hat der Tag etwas früher begonnen und das gemeinsame Frühstück mit der Partnerin war zugleich die Geburtstagsfeier.  

Der Blickfang auf dem Bahnsteig sind die E-Bikes, um vieles dominanter als die Trekking Fahrräder. Der Alpenadriaradweg von Salzburg an die obere Adria nach Grado wird von den E-Bikes dominiert. Der Baulärm am Villacher Bahnhof ist ein Zugeständnis an die Modernisierung des Bahnhofs. Fertigstellung bis zum Jahre 2024, gleichzeitig mit der Fertigstellung des Koralmtunnel. Es wird dann möglich sein, Graz von Villach aus mit dem Zug in etwa einer Stunde zu erreichen. Dies könnte für mich eine Neuorientierung beim Besuch von Kultur- oder Literaturveranstaltungen bedeuten. Auf den heutigen Geburtstag fällt der Termin zweier Lehrveranstaltungen an der Uni Salzburg. Am Vormittag Menschenwürde und am Nachmittag Erhört Gott Gebete.  Eine Meinung in der Theologie ist, dass Gott das Beste für uns schon vorgesehen hat. Unsere Gebete können dazu beitragen, dass diese Gaben freigegeben werden. Gerade passieren wir das Schloss Rothenthurn, welches sich stolz über dem Ort Rothenthurn im Drautal erhebt. Der Blick aus dem Zugfenster erfreut mein Gemüt, der ganze Talboden und die Hänge der Sonnseite werden von der Sonne angestrahlt, dies verleiht den Feldern das saftige grün in unterschiedlichen Farbtönen. Ein Teil der Wiesen sind gemäht und die Äcker gepflügt. Nach dem Aufenthalt in Spittal Drau fahren wir an einem großem Erdbeerfeld vorüber, zwischen den Zeilen gebückte Menschen beim Pflücken.

Dieser Landschaftsgenuss ist bei einer Fahrt mit dem Auto, für den Lenker, unmöglich. Ich sitze entspannt im Großraumwaggon, der trotz vieler Negativmeldungen nicht überfüllt, sondern spärlich besetzt ist. In den letzten Wochen gab es Beschwerden, dass zu manchen Zeiten und auf gewissen Bahnstrecken die Züge überfüllt sind. Manche Fahrgäste bekamen ohne Reservierung keinen Sitzplatz mehr. Bei dieser Fahrt war es gespenstisch, weil die letzten zwei Waggons so gut wie nicht besetzt waren. Die Toiletten, der Boden, die Fenster, alles sauber. Aus dem Tageheft…

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