Oberhalb von Hochegg…

…auf der Schattseite.

Die Waldarbeit gehörte in einem landwirtschaftlichen Betrieb schon in den sechziger und siebziger Jahren zu den gefährlichsten Arbeiten. Der Vater hat in den Wäldern des mittleren Drautal Holzschlägerungsarbeiten übernommenem, um zu den Einkünften aus dem Bergbauernhof etwas dazuzuverdienen.  Die Einkünfte aus der Landwirtschaft waren bescheiden und erlaubten keine zusätzlichen Ausgaben. Der Bruder und ich waren fünfzehn und siebzehn Jahre alt und halfen an den Wochenenden dem Vater im Holzschlag. Ein Schutzhelm und andere Sicherheitsbekleidung waren nicht üblich, außer massive Arbeitsschuhe, zumeist arbeiteten wir im steilen Gelände. Eine Stihl Motorsäge war der Stolz des Vaters er pflegte sie wie seinen Augapfel. Dazu weiteres Werkzeug wie Hacken, Zapin, Keile und Schepser. Der Schepser war unser Arbeitsgerät, damit mussten wir die Nadelbäume entrinden, umgänglich schepsen. Der Vater hat mit der Stihl Motorsäge die Bäume gefällt, die Äste entfernt und zu vier Meter langen Bloch abgetrennt. Unsere Arbeit war die Baumstämme mit dem Schepser zu entrinden. Um diese rundum zu Schepsen, wurden sie mit dem Vater gemeinsam mit dem Zapin gedreht. Die geschäpsten Stämme waren extrem rutschig und das Drehen im steilen Gelände ein kritischer Moment.

Das einzige Fahrzeug in der Familie war ein zweisitziges blaues Puchmoped. Mancher Holzschlag befand sich fünfzehn oder zwanzig Kilometer vom Hof entfernt. Wollten wir zu Dritt in den Holzschlag, so hätte der Mopedlenker die Strecke zweimal zurücklegen müssen. In der Verwandtschaft gab es einen leidenschaftlichen Autofahrer und dieser machte gerne für größere Strecken das Taxi. Nach den Stallarbeiten und dem Frühstück befüllten wir den Rucksack mit einer Jause aus Speck, Käse Brot, und Most. Je nach Jahreszeit kamen auch ein paar Äpfel in den Rucksack. Der Verwandte brachte uns mit seinem Opel in den Wald oberhalb von Hochegg auf der Schattseite.

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