Mandl…

…geformt und trocknen.

Der Vater trug immer stabile Arbeitsschuhe und um die Füße wickelte er Sommer wie Winter seine Fußfetzen, die höheren Temperaturen im Sommer spielten keine Rolle.  Die Fußfetzen waren größere Stücke von einem verschließenden Hemd. Er trug, mit Ausnahme am Sonntag, keine Socken. Auch ich trug Werktags Schuhe und dazu von der Schwester handgestrickte Wollsocken. Im Sommer gehörte eine kurze Lederhose dazu, sie war unempfindlich und komfortabel beim Tragen. Mit ihr konnten wir uns überall hinsetzen, egal ob auf den Grasboden, einen Stein oder auf einen Ast. Auch unsere schmutzigen Hände konnten ihr nichts anhaben. Nach einer Speckjause massierten wir die Speckscharte in die Lederhose ein, dies hielt das Leder geschmeidig. Auf den Feldern verstreut gab es mehrere Wasserquellen mit kühlem Trinkwasser. Zumeist ein kleiner Tümpel, welcher aus der Erde mit Wasser gespeist wurde. Mit den Händen oder mit einem Blechhäferl schöpften wir daraus kühles Wasser um unseren Durst zu stillen. Bei der Feldarbeit gehörte es zu unseren Aufgaben als Kinder, die Erwachsenen mit Wasser zu versorgen. Eine Dreiliter Blechkanne füllten wir bei einer Wasserstelle ab und machten die Runde bei den Erwachsenen.

Das Ernten vom Getreide hatte eine fast mystische Tradition, wenn nach den vielen Arbeitsgängen wie pflügen, eggen und sähen die Weizenähren zur Ernte reif waren. Mehrmals wurden die Ähren geprüft, ob die Körner reif genug waren und sich beim Dreschen aus der Ähre lösen werden. Auf dem Getreidefeld herrschten ein anderer Duft und Geruch als bei der Heuarbeit. Es war eine trockene Luft, es roch nach Hitze und Sonne. Halm für Halm wurden von den Fingern erfasst, mit der Sichel geschnitten und auf die Erde gelegt, bis sie eine Garbe ergaben. Die Garben trugen wir Kinder zusammen wo sie zu einem Mandl geformt wurden und trockneten.  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert