ZU . FUSS

Die Zeit, wo das Baby sprechen und laufen lernt, gehört zu den interessanten Abschnitten der Kindheit. Man kann verfolgen wie sich unverständliche Laute zu Wörter formen. Irgendwo findet  das Baby eine Möglichkeit zum Anhalten und kann stehen. Das Baby versucht ein paar Schritte zu gehen. Dabei strahlt das ganze Gesicht. So beginnen die ersten eigenen Schritte, auch wenn man wieder hinfällt. Jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt, die Entdeckerfreude ist geweckt. Mit dem Schuleintritt kommt das Ende vom Gehen, man nimmt am öffentlichen Verkehrssystem teil. Heute werden die Kinder mit dem Schulbus zur Schule befördert.
 
Zu meiner Schulzeit gab es für Volksschüler keinen Schulbus, wir gingen bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit fünf Kilometer zu Fuß. Dabei spielten Hitze, Neuschnee oder Regen keine Rolle. Vieles habe ich nicht in der Schule gelernt, sondern auf dem Weg zu und von der Schule. Ich habe am Schulweg gelernt die Umgebung, die Pflanzen, die Tiere und die Menschen zu beobachten. Ohne die Schule des Sehen wären keine Blogeinträge möglich. Dies war mein Selbstunterricht. Später hat das Radfahren das Gehen ersetzt. Mit dem Fahrrad erreicht man eine höhere Geschwindigkeit und der Erlebnisradius wird größer.
 
In Aspach habe ich das Gehen, das Wandern wiederentdeckt und dabei festgestellt, wie weit man mit Ausdauer zu Fuß kommen kann. Das Gehen ist entspannend und es gibt viel zu beobachten, die Kindheit kommt zurück.
 
Zurück in die Kindheit.     
 

Kommentar(e)     

Mo / Website (29.9.07 21:52)
Ein, wie so oft, sehr eindrücklicher Beitrag, lieber Schlagloch.

Ich erinnere mich an die Zeit mit 16, 17 Jahren, als mein größter Wunsch war, nicht mehr gehen zu müssen, sondern mit dem Auto fahren zu können.
Heute stelle ich fest, dass ich viel von dem Vertrauen in meine Beine verloren habe und die Angst, dass sie mich nicht tragen werden, mich begleitet.

Wie schön wäre es, wenn wir auch als Erwachsene so unbefangen loslaufen und neue Wege beschreiten könnten, ohne Angst, hinzufallen und mit „Aufsteh-Automatik“, mit der Kinder immer wieder unbeeindruckt einen neuen Gehversuch starten…..

Gehe gut durch die nächsten Tage…..
Liebe Grüße
Mo

schlafmuetze / Website (29.9.07 22:31)
Hallo Schlagloch ..
Für uns gabs auch keinen Schulbus. Manchmal, im Winter, mußten wir uns auf halber Strecke entscheiden, ob wir das Rad stehen lassen und zurück gehen oder weiter zur Schule.
Unser Vater war ziemlich humorlos bei unseren Ausreden 😉 Wenn wir großes Glück hatten, wurden wir mit dem Traktor zur Schule gebracht.
Wir haben unsere Jugend noch draußen verbracht und nicht vor dem Fernseher, das war ein einziges Abenteuer.
Einen schönen Sonntag 😉
Gerhard (30.9.07 00:40)
Ein guter Freund hat mir eine Story erzählt, die ich schon längst vergessen hatte: In unserer Kindheit gab es das Angebot, bei meiner Tante Früchte aus ihrem Garten zu naschen. Mein Bruder und ich besassen zwei kleine Fahrräder, mein Freund besaß ein solches nicht. Aber es war noch ein Tretroller da. Mit diesem Tretroller und den zwei kleinen Fahrrädern ging es die 18 km zu meiner Tante der Bundestrasse entlang. So was machte man damals für Kirschen oder Erdbeeren. Ob die Beine hinterher ausgeleiert waren von dem vielen Treten des Rollers, das war egal.

Ungeheuer und schon längst nicht mehr wahr ?!

schlagloch
Hallo Mo,
danke für die guten Wünsche. Wahrscheinlich wünschen sich viele Erwachsene, dass sie noch einmal so unbeschwert loslaufen und neue Wege beschreiten können wie als Kind. Manchmal muss man Einschränkungen in Kauf nehmen und mit den neuen Gegebenheiten leben lernen.

Radfahren ist ein gutes Beintraining. Bei dieser Sportart kann man die Fortschritte nach wenigen Wochen in den Beinen spüren, egal ob am Heimfahrrad oder am Radfahrweg.

Gruss schlagloch.

schlagloch
Hallo Schlafmütze!
Es war ein schöner Sonntag, zum Abschalten und Ausspannen. Beim Kirchgang schönes und warmes Wetter und eine etwas unkonventionelle Meßfeier. Wenn mein Bericht von dieser Meßfeier im Gästebuch der Pfarre Völkendorf online ist, setze ich einen Link.

Gruss schlagloch.


schlagloch
Hallo Gerhard!
Heute würde niemand mehr für ein paar Kirschen achtzehn Kilometer weit radeln oder mit dem Tretroller fahren. Zum Stichwort „Kirschen“ fällt mir eine Episode ein.

Am Bauernhof hatten wir einige Kirschbäume und die Kirschen versuchten wir in der nächstgelegenen Stadt, die fünfzehn Kilometer entfernt lag, zu verkaufen. Wir hatten weder Auto noch Traktor, sondern ein Pferd und eine Kutsche. Früh am Morgen wurden die Kirschen auf die Kutsche verladen und die Mutter und ich, fuhren mit dem Pferd nach Spittal/Dr. In der Barackensiedlung, die am Stadtrand gelegen war, versuchten wir die Kirschen zu verkaufen. Bis Mittag war die Kutsche meistens leer.

Gruss schlagloch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.