SA:hara

Viele Personen  versuchen in diesen Tagen vor der frühsommerlichen Hitze in Südkärnten zu fliehen. Die außergewöhnlichen Temperaturen von über dreißig Grad,  Ende Mai – Anfang Juni,  werden durch einen Föhnsturm aus der Sahara verursacht und mit dem Föhn wird ein feiner Sandstaub mittransportiert, der die Fernsicht trübt. Die Berge verbergen sich hinter einem diesigem Schleier, manchmal die Sonne.

Die  älteren Menschen leiden mehr unter der Hitze als die Jüngeren. Die Jugend sucht die Hitze, die pralle Sonne. Sie entblößen ihren faltenlosen Körper auf der Dachterrasse der Wohnanlage, in den Schwimmbädern oder am Strand vom Presseggersee. Die älteren Personen versuchen eine Strategie zu entwickeln wie sie die heißen Tage überleben können, eine Hitzeüberlebensstrategie. Jeder hat seinen Geheimtipp, versucht einen Ort zu erreichen, wo die Hitze erträglich ist. Manche schaffen es körperlich nicht sich aus der Wohnung zu entfernen. Sie ziehen die Vorhänge zu, öffnen die Fenster nur nachts und halten die Rollladen tagsüber geschlossen. Oft ist das Bad in der Wohnung der kühlste Ort im Sommer. Dort sitzen die hitzegeplagten Menschen und tauchen die angeschwollenen Füße in das kalte Wasser der Badewanne. Hat man einen Balkon der nach Norden gerichtet ist, dann kann man sich hier am Abend abkühlen. Nicht viel Abkühlung verschaffen die Markisen,  wie sie heute auf vielen Balkons zu sehen sind. Sie schützen vor direkter Sonneneinstrahlung, aber Kühlung verschaffen sie nicht. Besser dran ist wer vor dem Haus oder vor der Wohnanlage einen Garten, einen Hof hat, wo mehrere Bäume stehen. Die besten Schattenspender sind die Laubbäume. Im Hof besteht die Wahrscheinlichkeit, dass man jemanden zum Reden trifft, der ebenfalls vor der Hitze geflüchtet ist. Die außergewöhnlichen Hitzetage sind gleich ein Thema. 

Ein Geheimtipp um den tropischen Temperaturen in Möselstein zu entgehen ist eine Bank in der Nähe der Kreuzkapelle. Hinter der Kapelle erhebt sich ein bewaldeter Felsen mit Moos und Farnen, vorne rauscht der Möselsteiner Bach vorbei. Dazwischen ist ein Grünstreifen mit einer Bank zum Ausruhen. Der Felsen ragt in den Altarraum hinein. Direkt aus dem Felsen ist in groben Zügen ein gekreuzigter Christus gemeißelt. Die zum Himmel gerichteten Augen sind für mich ein Leidensthermometer. Sind die Schmerzen in der Welt  groß, dann sind die Augen ganz nach oben gedreht und die Augäpfel quellen aus dem Stein hervor. Schauen die Augen geradeaus, dann herrscht die Normalität des Alltags. Blicken sie gütig zu Boden, dann drückt der Gekreuzigte sein Wohlbefinden über den Zustand der Welt aus. Die Knospen des Rosenstrauches stehen knapp vor dem Aufblühen. 

Im Rosengarten.  

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