BE:schreiben

Seit Jahren verfasse ich wöchentlich mehrere Beiträge.  Ein Vorteil vom Schreiben ist, dass man sich von der äußeren Welt abkapseln kann. Ich entfliehe der alltäglichen Geräuschkulisse, Radio, Fernsehen, Straßenverkehr, auch der Unterhaltung mit anderen Menschen. Es soll ganz still sein, ich beginne einen Dialog mit meinem Gehirn. In der Stille kommt das Gehirn zu Wort, ich horche meinem Gehirn zu. Es wird mit keinen neuen Informationen gefüttert. Beim Schreiben kann die Gedanken ordnen, weiterentwickeln. Beim Gespräch besteht die Gefahr, dass ich mich wiederhole.

 

Zuerst kommt die momentane Stimmung  im Geschriebenen zum Ausdruck, bis es die Zeit schafft, die Stimmung zu verlassen, zur eigenen Stimmung auf Distanz zu gehen. Es ist eine Zeit des Glücks, unabhängig vom Alltag. Von Dimitri Schostakowitsch wird berichtet, dass er seine schönste Musik, einen Teil seiner Sinfonien, in seinen bedrohlichsten Lebenszeiten geschrieben hat. Er wurde von Stalin gedemütigt, verhetzt, vom KGB verfolgt und musste um sein Leben bangen. Er hat weiterkomponiert, die Musik hat ihn gestärkt.

 

Schreiben.     

5 Gedanken zu „BE:schreiben

  1. Hallo Schlagloch,

    „dass er seine schönste Musik, einen Teil seiner Sinfonien, in seinen bedrohlichsten Lebenszeiten geschrieben hat“
    Das ist für mich kaum nachvollziehbar. Aus eigener Anschaung weiß ich, daß ich nicht kreativ sein kann, wenn ich unter Belastungen leide.
    Aber andererseits mag es das durchaus geben, daß es solche Menschen gab und gibt, die in Krisenzeiten schöpferisch sind. Wie das geht, ist allerdings zunächst ein Geheimnis.

    Gruß
    Gerhard

  2. Hallo Gerhard!

    Ich habe dies in einer Dokumentation über Schostakowitsch erfahren. Er hat komponiert, auch wenn er kurz vor der Verhaftung stand.

    Was machen wir in „Krisenzeiten“ , wir versuchen uns zu entspannen, abzulenken. Sich in Musik, Malerei oder Sprache zu verlieren, kann ein Ausweg aus der Krise sein.

    Gruss schlagloch.

  3. Hallo Schlagloch,

    Gerade erinnere ich mich, daß es mir selbst einmal so gelang.
    Ungläubiger Thomas, der ich bin!

    LG
    Gerhard

  4. Hallo Schlagloch!
    Zum schreiben bauche ich Ruhe, um so mehr Ruhe, umso besser wird´s.
    Aber wenn mich ständig jemand unterbricht, mich irgendwas fragt und der Fernseher im HIntergrund brüllt, da kann ich es eigentlich gleich lassen.
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  5. Hallo GreyOwl!

    Dass man schreibende Menschen nicht stört und sie in Ruhe lässt, gehört zu den Menschenrechten. Außer Undine, welche meistens genau auf dem Blatt sitzt wo ich etwas notiert habe, ist niemand bei mir im „Schreibzimmer“. Es sollte wie das Rauchverbot ein „Fernsehverbot“ geben. Das würde bedeuten, Fernsehen nur noch im Freien, im Garten, Gartenhäuschen oder am Balkon usw.

    Gruss schlagloch.

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