IM:gespräch

Währenddem ich in einem Straßensteilstück das Fahrrad schiebe, kann ich zuhören, wie junge Menschen miteinander in das Gespräch kommen. Auf dem Gehweg ist ein junges Paar unterwegs, beide in Freizeitkleidung, er mit einem Rucksack auf dem Rücken. Sie zu ihm: „Wir sollten etwas schneller gehen, es könnte bald zu regnen anfangen“. Er dreht sein Gesicht zu ihr und schaut sie fragend an?  Sie deutet auf sein Ohr und gibt ihm zu verstehen, er soll den Kopfhörer aus dem Ohr nehmen. Er sagt: „Der Rücken tut mir weh.“ Sie schaut ihn fragend an und er deutet, auf ihr Ohr, der Kopfhörer . Beide bleiben stehen und nehmen jeweils einen Kopfhörer aus dem Ohr, der Zweite bleibt im anderem Ohr. Sie wiederholt den Satz: „Wir sollten etwas schneller gehen, es könnte bald zu regnen anfangen“.  Er antwortet: „Der Rücken tut mir weh.“  Dann geben beide den Kopfhörer wieder in das Ohr und gehen weiter.

Im Gespräch bleiben.

9 Gedanken zu „IM:gespräch

  1. Ob die jungen Leute einen Mangel in der Kommunikation erleben? Glaube ich nicht. Man muß nicht jedem Wort des Partners achtsam lauschen müssen und kann/wird ihn trotzdem achten. Wenn ich Musik hören will, will ich Musik hören – und nichts weiter! Naher sprachlicher Austausch wird schon seinen Platz finden, zu anderer Zeit, spontan. Freiheit muß sein.

    Gruß
    Gerhard

  2. Hallo Schlagloch!
    Ja, die kommunikationsfähigkeit der Jugend leidet schon unter den vielen anderen „Unterhaltungsmöglichkeiten“,….sehe ich bei meinem Sohn.
    Er ist gar nicht in der Lage ein anregendes Gespräch zu führen.
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  3. Grüss Gott Schlagloch,

    vermutlich geht es überhaupt nicht um Kommunikation. Viele sind stolz darauf verschiedene Dinge gleichzeitig tun zu können :))
    Das halte ich aber für eine dumme Angewohnheit. Ich mach lieber EINE Sache und die mit voller Konzentration.
    Schnelle, laute Musik lenkt von der Schönheit der Landschaft ab und schmälert den Genuss.
    Übrigens, Reden, will gelernt sein, einer der redet braucht einen der zuhört.
    Das gehört wohl nicht mehr zur Vorbildfunktion der Eltern.

    Liebe Grüsse//Erika

  4. Hallo

    @Gerhard U. @ GreyOwl !

    Eure entgegengesetzten Standpunkte zeigen die Bandbreite der Meinungen.

    Gruss schlagloch.

  5. Hallo Erika!

    Wer redet, braucht jemanden der zuhört ! Wer hört mir zu, und will ich anderen zuhören, eine Gewissensfrage.

    Gruss schlagloch.

  6. Anzumerken ist noch, daß ich mit einem Wimpernschlag auch Grey Owls Position hätte einnehmen können. Ich wollte zunächst auch etwas Bewertendes schreiben wie „Jugend und Technik“, kehrte aber plötzlich rasch um und kommentierte eigentlich entgegengesetzt.
    So ist es mit uns in vielen Dingen.

    Gruß
    Gerhard

  7. … oder es haben sich einfach zwei Menschen mit gleichen Vorlieben gefunden. Es wäre schrecklich, wenn einer der Musik lauschen möchte und der andere das Gespräch sucht. Es wäre aber gut möglich, dass sich diese beiden jungen Menschen ansonsten viel zu sagen haben …
    Ich merke zwar, dass junge Menschen auf andere Weise kommunizieren – mit knapperen Formulierungen, „eigener“ Sprache oder auch durch Zuhilfenahme technischer Möglichkeiten (SMS, Mail usw.) – aber ich denke, sie tauschen sich nicht weniger aus, als ich es in meiner Jugend getan habe.
    LG Isabella.

  8. Hallo Isabella!

    Per Handy wird sehr viel gesprochen. Eine Ortsbestimmung, wo man gerade ist, und was man gerade macht.

    Gruss schlagloch.

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