HANDY:läuten

Das Handyläuten kann in einer Menschenansammlung wie die Explosion eines Böllers wirken, einen Schock auslösen. Klingelt das Handy, blicken die Menschen einander betroffen in die Gesichter, fragen sich bei wem, und tasten ihre Kleider ab. Menschen, die im Ruheraum eines Bades vor sich hindösen, fahren wie eine Rakete hoch und beginnen das Handy in der Badetasche zu suchen. Während einer Busreise klingelt immer irgendwo ein Handy. Kritisch werden die Personen beäugt, bei denen kein Handy klingelt. Man hält diese für soziale Außenseiter, für Einzelgänger. 

Bei einer Wanderung mit mehreren Personen auf die Klagenfurter Hütte stellte eine Teilnehmerin nach einiger Zeit fest, dass sie ihr Handy im Auto vergessen hatte. Es stellte sich heraus, dass niemand in der Gruppe ein Handy bei sich hatte. Mit Mühe konnte sie davon abgehalten werden umzukehren, um ihr Handy aus dem Auto zu holen. Sie wollte nicht einsehen, dass ein schneller Abstieg und Aufstieg das größere Risiko darstellte, als wenn wir gemeinsam, ohne Handy, unterwegs sind. 

Risikobereitschaft.

6 Gedanken zu „HANDY:läuten

  1. Die Freiheit wiederfinden indem man sein Handy zuhause lässt.
    Nach anfänglichen Entzugserscheinungen kann man sich später dann ganz langsam wieder an das unkontrollierte Leben gewöhnen.
    Wenn man Hilfe braucht- spontan- müßte man dann allerdings irgendwen auf der Straße ansprechen.
    lieben Gruß
    elisabeth

  2. Hallo Elisabeth!

    Diese Umstellung könnte zu neuen Erfahrungen führen. Es wäre so, wie wenn man 14 Tage kein Auto zur Verfügung hat und mit dem Zug fahren muß. Dabei lernt man alte Bekannte neu kennen. Ein Abenteuer allemal.

    Gruss schlagloch.

  3. Na gut, ich bin der typische „Außenseiter“,….habe „kein“ Handy!
    Nur, wenn ich irgendwo unterwegs bin, wie heute beim Arzt, und es muß mich wieder jemand abholen, dann,…..leihe ich mir Jörg´s Handy gerne mal aus. Selbst,…möchte ich immer noch keines.
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  4. @grey owl:
    Du bist wirklich zu beneiden und überaus weise.
    Mich nannte man damals, als ich ein halbes Jahr
    keines hatte, altmodisch und ich habe mir eingebildet
    ich bräuchte dann ein neues.
    ich Dummkopf

  5. Hallo Grey Owl!

    Bei mir ist es ähnlich, ich habe ein sogenanntes „Notfallhandy“. Das bedeutet, würde mir etwas passieren, dann könnte ich Hilfe anfordern. Manchmal auch für eine Abholung, keineswegs immer online.

    Grusss schlagloch.

  6. Grüss Gott Schlagloch,

    du beschreibst das ganz treffend und witzig. Wir haben kein Handy. Um Gottes Willen! Und vor das neue Telefon haben wir neuerdings einen Anrufbeantworter geschaltet. Merkwürdig wie die Menschen sich verändert haben…. nicht mal auf dem Örtchen haben die ihre Ruhe. Vlt. soll es „Gebrauchtwerden, wichtig sein“ suggerieren – in Wirklichkeit machen sie sich zum Sklaven eines Klingeltons.

    Wünsch dir eine gute Woche
    Liebe Grüsse//Erika

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