BEKANNT:machen

Von Historikern wird diskutiert, ob sich die Geschichte wiederholen kann oder ob wir aus der Geschichte lernen können. Verfolge ich als Laie die Weltgeschichte, so habe ich den Eindruck, dass aus der Geschichte nichts gelernt wird. Man spricht zwar darüber, dass  die Völker friedvoller miteinander umgehen sollen, dass man Fehler beim Umgang mit anderen Nationen vermeiden wird. In den Nachrichten höre ich täglich von neuen Grenzverletzungen, Kriegshandlungen. Die Staatengemeinschaft bemüht sich die Lebensmittel besser zu verteilen, der Wasserknappheit vorzubeugen und trotzdem hungern Millionen Menschen. Auch in unseren Breiten gibt es keine soziale Gerechtigkeit. 

In der Lebensgeschichte kann sich  manches wiederholen. Ein Beispiel ist die Partnerschaft. Oft hat der neue Partner dieselben Charaktereigenschaften, der beim Vorhergehenden  zur Trennung geführt hat. In der Familie  gibt es Situationen, wo ich mir denke, dies habe ich schon einmal erlebt. In der Kulturhauptstadt sitzt in einer Trattoria eine Schwester mit ihrer Tochter. Zwischen den beiden der neue Freund der Tochter, er wird der Verwandtschaft vorgestellt. Der Freund ist ein lustiger Steirabua, das tatsächliche Alter liegt etwas darüber. Die Schwester hört dem Freund zu und ist ratlos. Fragend schaut sie in die Tischrunde. Vor einigen Jahrzehnten habe ich ähnliches erlebt. Damals hat die Schwester ihren Freund dem Vater vorgestellt. Er war ein geselliger Holzknechtbua, seine Geschichten wurden schmunzelnd  aufgenommen.  

Die Wiederholung.

15 Gedanken zu „BEKANNT:machen

  1. Hallo Schlagloch!
    Wenn man sich selbst nicht verändert, zieht man immer das Gleiche an.
    So ist das auch mit den Partnerschaften, …und dann wundern sich viele, besonders Frauen, wenn sie immer wieder „Pech“ haben.
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  2. Ich gebe Grey Owl recht.
    Es gibt in der Psychologie den Begriff „Reinzenierung“. Als Kind erlebte Gewalt, etwa in Form einer herrschsüchtigen, aufbrausenden Mutter inszeniert man oft unbewusst neu in einer Partnerschaft, in der man dann ähnliches erlebt. Oder man agiert das in der Kindheit erlebte bei seinen eigenen Kindern aus. Das Problem dabei immer ist, daß man die Wurzeln seines Verhaltens nicht erkennt, es ist einem verborgen – denn das als Kind erlebte wird verdrängt oder heruntergespielt und nicht in Verbindung gebracht.

    Gruß
    Gerhard

  3. Und ich gebe euch allen recht.
    was lernen wir daraus?
    gleich hinschauen.
    nicht die zeit verstreichen lassen.
    dem eigenen schatten begegnen wollen, auch wenns grauslich ist.
    wissen, daß das, worüber wir uns am aller allermeisten aufrege bei anderedn
    stets meine eigene schröckliche geschichte ist….
    und draus lernen.
    liebe grüße
    elisabeth

  4. Hallo!

    Ich stimme Euch zu, dass sich Erlebnisse aus der Kindheit, sich im späteren Leben wiederholen. Meine Geschichte geht weiter, enthält einen weiteren Aspekt: Kann sich ein Ereignis, im Leben der Mutter vor der Geburt der Tochter, später im Leben der Tochter wiederholen?

    Gruss schlagloch.

  5. Systemisch gesehen MUSS das manchmal sogar sein, damit Dinge ins Bewusstsein gebracht werden, die, wenn die richtige Zeit gekommen ist, gesehen und vielleicht entgültig aufgelöst werden können.
    lieben gruß
    elisabeth

  6. Elisabeth spricht hier wohl Aufstellungen an. Diese sind ein probates Mittel, an solche Dinge heranzukommen.

    Gruß
    Gerhard

  7. Lieber Gerhard,
    von Aufstellungen halte ich nur insofern was, wenn sie mit viel Liebe und wohlwollender Aufmerksamkeit durchgeführt werden. Menschen in ihre ohnehin schon bestehenden Traumata wieder hineinzuführen kann auch schwerwiegende Folgen haben wenns nicht gut gemacht und nachher begleitet wird.
    Da gibt es auch viele Scharlatane am Markt.
    Der systemische Gedanke aber ist für mich ein ganz ganz richtiger.
    liebe grüße
    elisabeth

  8. „Nachher begleiten“ ist immer wichtig…man weiß ja garnicht, was losgetreten wird.

    LG
    Gerhard

  9. ……Jörg sagt manchmal zu mir,….in manchen Situationen reagiert Du wie Deine Mutter, und ich finde, dass ich in anderen Situationen auch wie mein Vater reagiere.
    Ich höre mir das an, denke darüber nach und versuch´s zu ändern, wenn es mich oder auch die Beziehung stört.
    LG Grey Owl

  10. „Die Staatengemeinschaft bemüht sich die Lebensmittel besser zu verteilen“

    Also das kann ich nicht sehen, im Gegenteil. Und nicht nur Lebensmittel, jegliche Güter werden auf der Welt so „verteilt“, dass die Reichen und Mächtigen immer reicher, die andern immer ärmer werden. Da ist überhaupt keine Entwicklung zum Besseren in Sicht – allerdings gibt es „Fortschritte“, nämlich für uns „Entwickelte“.

  11. Hallo Weichensteller!

    ….jedenfalls berichten die Medien davon, dass die G 20 Staaten für eine gerechtere Ressourcenverteilung eintreten. Überprüfen kann ich es nicht. Bestimmt wird man auf unseren „Vorteil“ nicht vergessen.

    Gruss schlagloch.

  12. Hallo Petros!

    Vielleicht laufen wir ALLE im Kreis, nur mit immer wieder neuen Gesichtern.

    Gruss schlagloch.

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