DIE:zeit

Soll man eine Arbeit besonders rasch erledigen, dann gibt es den Spruch: „Die Zeit drängt“. Im Winter hatte man es früher am Bauernhof nicht eilig.  Drängender war es im Sommer, wenn es darum ging, eine Schönwetterperiode für die Heu- oder Getreideernte zu nützen. Gleiches  galt für das  Ausbringen der Saat. Dies brachte es manchmal mit sich, dass man das Mittagessen verkürzte oder auf die Jause verzichtete. So konnte man vor einem heranziehenden Gewitter das Heu in das Trockene bringen. Diese Eile war  nicht  alltäglich und beschränkte sich auf den Sommer. Heute sagt niemand mehr, die Zeit drängt, wir leben in einer beschleunigten Welt und sind selbst oft in Zeitnot. In der selben Zeit soll mehr erledigt und gearbeitet werden, weil wir wollen um vieles mehr besitzen und erleben als frühere Generationen. Da kann es verwundern, wenn man sich weigert ein Buch zu lesen, nur weil man es im Reisegebäck hat. Mir für etwas Zeit nehmen, Musik hören oder Lesen, bedeutet für mich, dafür mindestens  eine Stunde Zeit zu haben. Eine Tageszeitung oder Illustrierte durchzublättern, das Wort durchblättern klingt wie das Durchschleusen von Massen auf einem Fest, ist etwas anderes.

Denke ich an  meine Notizhefte  mit den  Aufzeichnungen aus den letzten dreißig Jahren, dann könnte ich sagen: „Die Zeit drängt“. Bei der Fülle von Notizen wird es mir nicht möglich sein, alles aufzuarbeiten. Ich sehe mein Glück darin, einen Teil  zu  verwenden.

Jahresanfang.

11 Gedanken zu „DIE:zeit

  1. Ja, die Zeit drängt, die diese wieder zu entschleunigen!

    An den Kassen der Supermärkte haben die Rentner immer am wenigsten Zeit und fragen dann ganz nervös: „Würden Sie mich bitte vorlassen…“
    Sie haben wohl auch noch viel zu tun…
    Gruß ins Neue…
    Petros

  2. Hallo Petros!

    Der 1. Kommentar im Neuen Jahr. Gut, dass du Zeit hattest…

    Gruss schlagloch.

  3. ..musik hören, lesen, ist auch tun in einer anderen form, aber wer kann nichts tun, wirklich nichts?
    einfach nur dasein.
    bei tieren kann man es beobachten, für mich der beste luxus den mir das leben gibt, im nichtstun begreife ich dinge und zusammenhänge die mir kein buch, keine musik vermitteln kann.

  4. Hallo Peter!

    Einfach nur dasein…, dazu bedarf es auch für niemanden erreichbar zu sein. Diesen Platz muß man zuerst finden.

    Gruss schlagloch.

  5. bei mir ist es täglich eine stunde, handy abgeschaltet.
    ich bin einfach nicht da.
    das erlebe ich als die kreativste zeit, das chaos im kopf ordnet sich wie ein puzzle.

  6. Zeit zu haben, scheint das Schwierigste heutzutage, so scheint es.

    Vorhin brachte ich meine Freundin zum Zahnarzt. Folgerichtig wäre gewesen, in der Wartezeit schnell zum Friseur zu rennen, zum und zum Drogeriemark, tum das ABZUHACKEN. Stattdessen las ich eine Stunde in einem Buch …und freute mich sehr daß ich es mir vor 6 Monaten teuer aus den USA habe schicken lassen.

    Schönen Gruss zum Neujahr

    Gerhard

  7. Hallo Gerhard!

    Danke für die Neujahrsgrüße und deine Kommentare. Dir wünsche ich Zufriedenheit und Gesundheit für die nächsten zwölf Monate. Heute kann man noch „Neujahranwünschen“. In Südkärnten sagt man: Die Heiligen Drei Könige stellen das Neujahranwünschen ein.

    Mir ergeht es ähnlich, dass ich eine kurze Wartezeit dazu benützen will, um viele, viel zu viele Dinge zu erledigen. Manchmal denke ich mir dann, „ich bin doch nicht Blödmann“ und mache einfach eine Pause.

    Gruss schlagloch.

  8. Hallo Schlagloch!
    Ja, ich kenn´das auch noch, wenn wir als Kinder auf die Wiese gerannt sind um das Heu noch schnell ein zu fahren, bevor ein Gewitter kommt.
    …..es war eigentlich eine schöne Zeit…..

    Es stimmt, man ist so daruaf abgerichtet so viel wie möglich in so wenig wie möglich Zeit zu packen, dass wir gar nichts mehr wirklich auskosten können. Schnell dahin und das erleben, und schnell dorhin und jenes sehen…..
    Was soll das?
    Aber es ist wirklich schwer sich dieser Beschleunigung im Altag zu entziehen.
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  9. Hallo GreyOwl!

    Heute hat mir jemand im Wartezimmer erzählt, dass es unmöglich ist sich der Beschleunigung unseres Alltags zu entziehen. In der Arbeitswelt muß man bei vielem mitmachen. Im privaten Bereich kann man manches weglassen und oft ist so, dass manches nach drei Tagen nicht mehr so wichtig oder notwendig ist, wie es einmal war.

    Gruss schlagloch.

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