BEICH:ten

In der Fastenzeit werden die Christen aufgefordert zur Beichte zu gehen. Seine Sünden zu bereuen und sich von seiner Schuld losprechen zu lassen. Wird man dadurch auch von der Schuld am Nächsten befreit? Für die Sünden gibt es eine Buße in Form von Gebeten. In Bad Vigaun  kann man sich die Art der Beichte aussuchen. Im Beichtstuhl gibt es zwei Möglichkeiten, das Beichtgespräch kann man sitzend führen, die Beichte muss man kniend ablegen. Für Verfehlungen, die wir gegen die Gesetze des Staat begehen, gibt es konkrete Strafen. Zwei Beispiele, bei einfachen Geschwindigkeitsübertretungen Geldstrafen, bei Einbrüchen Haftstrafen. Bei der Beichte ist die Reue gefragt. Was bessert den Menschen auf Dauer, die Reue oder die Geldstrafe.

Die Beichte ist die Voraussetzung für den Empfang der hl. Kommunion, beides wird im Kindesalter mit der Erstkommunion eingesetzt. In einem katholischen Internat gehörte die Beichte zum wöchentlichen Ritual. Der minimale Spielraum den wir Zöglinge hatten, die Gedankenfreiheit, wurde noch einmal reguliert. Es ist normal gewesen, dass man sich ein Stammregistersündenblatt angelegt hat und dieses abwechselnd einmal bei dem einen Beichtvater und die nächste Woche bei einem anderen Beichtvater vorgetragen hat. Nach einer schlechten Schulnote haben die Zweifel an Gott  zugenommen.

Fromm.

14 Gedanken zu „BEICH:ten

  1. Hallo Schlagloch!
    Ho, ho,…böse Falle,….für die Beichtenden, wenn sie in den Stuhl treten.
    Du kannst Dir sicher denken,was ich vom „Beichten“ halte. Deshalb werde ich mich mal wieder ganz mucksmäuschen still verziehen. Ich kann diese Schuldmacherei und Kontrolle, diese Anmaßung nicht ertragen. (..ist wie das „rote Tuch“ beim Stier)Sorry. Verzeih mir bitte.
    …und ich denk´da immer an die erzkatholischen Mafiosi, die zehn Ave-Maria beten, und schwupp sind sie ihre Sünden los, …dann können sie raus gehen und weiter morden.
    Nicht böse sein.
    Liebe Grüße
    und ein schönes Wochenende wünsche ich Dir.
    Grey Owl

  2. Hallo GreyOwl!

    Ein Herr mit „Nahtoderfahrungen“ hat erzählt, dass alle Vergehen, die er gebeichtet hat, bei der „Lebensanalyse“ nicht mehr zu Debatte standen. Bericht folgt noch.

    Gruss schlagloch.

  3. …da bin ich schon sehr gespannt!!!
    …und das beweist doch mal wieder……
    Ein schönes Wochenende wünsche ich Dir.
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  4. hatte auch eine nahtoderfahrung, beichten kam nie vor, alles was ich mir gemerkt hab aus dieser „rückschau“ die wie ein film ablief ist, sei du, sei du, sei du.
    am schmerzhaftenen waren die bilder wo ich dachte jemand zu spielen, oder imitieren, zu müssen um mir die liebe und aufmerksamkeit anderer zu erlangen.

  5. Hallo Peter!

    Vielleicht ist es abhängig von der persönlichen Lebensaufassung, wie man die Erlebnisse, die Visionen, als „Nahtoder“ deutet. Ein Bericht über den Vortrag „Sterbeerfahrungen“ folgt.

    Gruss schlagloch.

  6. Dietrich Bonhoeffer und sein Biograph
    Eberhard Bethge werden hier in Graz auf
    zwei Seiten abgelehnt: damit auch eine
    Ansicht, ein Baby dürfe nur dann getauft
    werden, wenn seine religiöse Erziehung
    sichergestellt ist. Nun betrachten Sie ja
    wohl eine Taufe als Voraussetzung für eine
    Beichte. – Ein Unrecht ist es, ein Baby
    zu taufen, daß nicht zweckmäßig religiös
    erzogen wird, weil die Taufe eine
    materielle Seite hat. Die materielle
    Wirkung könnte bei einem Kind ohne
    religiöse Erziehung eintreten. Ich beraube
    das Kind aber der Möglichkeit, sich
    später frei als Baptist zu bekennen. Eine
    zweimalige materielle Wirkung einer
    Taufe ist ja gewiß schwerer widerspruchsfrei
    zu erklären als eine einmalige. Oder lehnen
    Sie jedes baptistische Bekenntnis ab?
    Siegfried P. Posch

  7. Hier spricht ein erzkatholischer Mafiosi: In diesen Wochen vertrauen sich hunderte Kinder an, um ihr schlechtes Gewissen zu reinigen. Da geht es um sehr ernsthafte Dinge – das aus der Distanz abzuwerten und zu verspotten, zeugt von Selbstgerechtigkeit, Überheblichkeit und Arroganz. Kindern fällt es leichter, selbstkritisch und ehrlich zu sein, mit den Jahren lernt man offenbar, sich herauszureden und die anderen zu beschuldigen.
    Und noch etwas: Vieles von dem, was Kinder belastet und in Nöte treibt, hat mit ihren Eltern zu tun, die keine Zeit und Geduld für sie haben und sie unter Druck setzen. Unter moralischen Druck, wohlgemerkt.
    Und wenn sie aus dem Zimmer kommen, sind sie erleichtert und fröhlich und haben einen Vorsatz und eine Aussicht, wie es besser gehen könnte.

    Grüße vom Mafiosi

  8. Guten Abend, Weichensteller,
    Italia diis sacra.
    I c h bekannte mich ich meinem Leserbrief
    in der „Kleinen Zeitung“, die jetzt das
    Buch DAS ENDE DER NACHT – DIE GLOBALE
    LICHTVERSCHMUTZUNG, hrsg. von Thomas
    Posch, Anja Freyhoff und Thomas Uhlmann,
    empfiehlt, am 13.7.2007 als Protestant.
    Dabei bezog ich mich auf die Schrift
    DOMINUS IESUS von Benedikt XVI., von
    der ich zwei Exemplare gekauft hatte.
    Ich nehme an, Sie bekennen sich zu jener
    Schrift aus dem Jahr 2000.
    Aber: stimmen Sie meinem heute auf dem
    Gästebuch der Stadt Graz publizierten
    Argument betreffend Kindererziehung
    zu? Daß ein Kind unbedingt eine Mutter
    und einen Vater braucht:

    Ich wurde in Graz vor Gericht zitiert,
    weil ich der Überzeugung bin, daß zwei Frauen,
    die lesbisch quasi oder getraut als Ehegatten
    zusammenleben, kein Kind erziehen sollen. Ein
    Herr, der hier in Graz in der Salvator-Pfarre als
    „römisch-katholischer“ Priester amtierte und eine
    Dame und ein weiterer Herr, die sich zu seinem
    Amt als ihrem Pfarrer bekannten, vertraten
    öffentlich und mir gegenüber überaus entschieden
    die Ansicht, ein Kind folge trotzdem einem
    religiösen Bekenntnis seiner Mutter nach, obwohl
    die Mutter lesbisch quasi oder getraut als Ehegattin
    mit einer Frau zusammenlebte. Das halte i c h
    für einen Irrtum und zugleich die gegenwärtige
    „Mißbrauchsdebatte“ neben d i e s e m Irrtum in
    einem bestimmten Maß für lächerlich.

    [S. P. Posch]

  9. Bonjour, Grey Owl,
    Bonhoeffer nennt eine Beichte, die eine „fromme“
    Übung wäre, die „letzte, abscheulichste, heilloseste,
    unkeuscheste Preisgabe des Herzens“ – s.
    GEMEINSAMES LEBEN, Seite 83, 1939 und 1949.
    Fangen Sie mit Bonhoeffer und Bethge auch nichts
    an? Aber – Sie müßten es ja wissen: ist das in
    den letzten Jahren von der Wissenschaft
    Archäologie untersuchte Heiligtum der Königin
    von Saba – the Q U E E N O F T H E S O U T H –
    ein Mondheiligtum? Mit welcher Insel steht es
    insbesondere in einem überaus präzise – so
    präzise Rechnung nur sein kann – bestimmten
    Zusammenhang?
    Siegfried P. Posch

  10. Bonjour, Schlagloch,
    in der „Mißbrauchsdebatte“ wird jetzt in Deutschland
    auf einer Zeitung gehöhnt: man werde am Ende
    sagen, die „Kinder“ würden die Priester in Versuchung
    führen. Aber natürlich ist es umgekehrt äußerst
    lächerlich, daß jeder ignoriert, daß in einem Internat
    die perverse Sexualität zwischen den Zöglingen das
    Tragische ist. Mich versuchte im Internat ein
    Mitschüler sexuell zu wecken, indem er mich eines
    Nachts, neben mir auf dem Gang aufgereiht
    stehend, im stillen Dunkel berührte. Wir mußten
    zur Strafe am Gang vor unseren Vierbettzimmern
    stehen, wenn in unseren Zimmern eine präsumtive
    Nachtruhestörung vorgefallen war: wenn der
    Erzieher, der „Nachtdienst“ hatte – es war immer
    spannend für uns, Klarheit zu haben, wer als
    „Nachtdienst“ eingeteilt war – und von Zeit zu Zeit
    an den Zimmern vorbeischlich, in einem Zimmer
    sprechen gehört hatte. – Der Mitschüler starb bald
    nach dem Vorfall mit der Diagnose „Leukämie“. –
    Aber: welche zwei „Heiligen“ der Kirche, deren
    Daten 1171 Jahre auseinander liegen, eine Frau
    und ein Mann, könnten durch das Gebet helfen?
    Siegfried P. Posch

  11. Lieber Franz,
    die anderen mögen mich freisprechen, wenn sie meinen sie könnten es.
    ich selbst muß die Last herumtragen, bis das Leben es einfädelt, daß alles wieder ins Gleichgewicht kommen darf. Meistens erlebt der Mensch dann dieses Opfer sein als Befreiung.
    liebe Grüße
    elisabeth

  12. Hallo Elisabeth!

    „Meistens erlebt der Mensch dann dieses Opfer sein als Befreiung.“ Ich habe schon so und so nachgedacht, aber wie soll ich diesen Satz verstehen?

    Gruss schlagloch.

  13. Über 40 Juden tun das Gelübde, weder etwas zu
    essen noch zu trinken, bis daß sie den römischen
    Bürger Paulus getötet hätten: als dieser zum Kai-
    ser nach Rom gebracht werden soll. Das Atten-
    tat mißlingt. Welche Stelle im ALTEN TESTAMENT
    erklärt, weshalb die Juden ihr Gelübde nicht er-
    füllen müssen? Welche zweite Stelle im ALTEN
    TESTAMENT beweist aber auch, daß Paulus kei-
    nesfalls wie ein Schwätzer vor Herodes Agrippa II.
    und dessen Schwester Berenike im Gerichtsver-
    hör ausgesagt haben kann? Was lehrt diese
    zweite Stelle auch über die Bedeutung „homo-
    sexueller“ und „lesbischer“ Neigungen für die
    Kunst – Musik, Malerei, Literatur?

  14. Herr Bürgermeister „Siegfried Nagl (VP)“, Graz,
    fordert in der Disksussion über Mißbrauch nunmehr
    einen Ethik-Unterricht an Schulen, von der Volks-
    schule bis zum Abitur: das berichten die Nummer
    vom „Mai 2010“ einer deutschen Druckschrift für
    Philosophie und auch „Der Standard“, Wien, und
    die „Kleine Zeitung“ (Herr Bernd Hecke). Eine von
    Theologie unabhängige Ethik gibt es aber nicht.
    Wegen meines Gesprächs mit Manfred Prisching und
    Peter Strasser und da von mir eine Rezension eines
    Buches über Ethik publik gemacht wurde, habe ich
    mitzuteilen: befaßt wurde vor weniger als vier
    Tagen die „Evangelische Kirche in Deutschland
    (EKD)“ per E-Mail mit einer Frage tangierend In-
    dien; nicht von mir. – Mir selbst wurde im Zusam-
    menhang mit meiner „Ersten Heiligen Kommunion“
    zu beichten in der Kirche von Autal bei Graz in
    der Oststeiermark befohlen: wohl im Namen unserer
    Mutter und unseres Vaters, eines Zimmermanns –
    und Imkers. Mein Bruder empfing eine „Erste Hei-
    lige Kommunion“ erst nach mir.
    In jenen drei Jahren wurde ein „gerichtliches
    Ehescheidungsurteil“ für unsere präsumtiven El-
    tern ausgefertigt.

    Getippt mit meiner linken Hand auf dem „Guestbook“
    der Stadt Graz („Referat Wahlen“); es ist keine
    Antwort per E-Mail möglich!

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