KUH:stall

In den Handelsgeschäften ist es nicht mehr üblich, dass die Waren im Kopf zusammengezählt werden. In den meisten Fällen werden die Preise in die Kassa eingescannt und so die Rechnung erstellt. Bei den Supermarktkassiererinnen ist jedes Gespür für den Rechnungsbetrag verloren gegangen, was die elektronische Kasse anzeigt, das stimmt. So werden Tippfehler kaum erkannt und wahrgenommen. In meiner Lehrzeit war es üblich, die Posten auf einen Block aufzuschreiben und mit dem Kopf zusammenzuzählen. Dabei konnte es vorkommen, dass man bei mehr  als zehn Posten, beim Nachrechnen etwas anderes herausgekommen ist, als beim ersten Mal. Zum Schluss hat die „Erste Verkäuferin“, so hieß dies damals, die Rechnung noch einmal kontrolliert. So hat sich bei mir im Laufe der Jahre ein Zahlengefühl entwickelt. Damals war es selbstverständlich, dass man das Einmaleins „im Schlaf“ konnte. In der Schule wurde zu Beginn des Unterrichts eine Viertelstunde Kopfrechnen geübt. Heute benützen die Kinder schon sehr früh einen Taschenrechner und manche scheitern bei kleinen Kopfrechenaufgaben.

Beim Melken der Kühe hat der Vater mit uns Kinder das Einmaleins geübt, oder das Zusammenzählen und das Wegzählen. Ich weiß nicht, ob die Kühe auch mitgezählt haben, zugehört haben sie.

Für das Leben lernen wir.

13 Gedanken zu „KUH:stall

  1. Nachdem unser Vater, 49 kg wiegend, nach dem Krieg,
    zu Fuß, aus dem Osten – nicht aus dem Fernen Osten –
    heimgekehrt war, hätte seine Mutter wohl gewünscht,
    daß e r als der älteste Sohn den Bauernhof vulgo
    „A u g u s t“ in Breitenhilm, politischer Bezirk Graz-Um-
    gebung, hätte erben können. Ungefähr 1950 u.Z. war es.
    Wenn man auf den Namen des Hundes an der Kette im
    Hof des Bauerhofs zu tippen hat: „C a e s a r“, natürlich,
    „what else“, ich frage nicht. – In lichtester Erinnerung aber
    blieb mir immer das neugeborene K a l b im Stall. – Vom
    niederländischen Tiermaler Joseph August Knip (1777 –
    1847) gibt es ein Bild eines Stalls aus dem Jahr 1825, in
    dem ich aber (hier auf dem Tisch) kein Kalb sehe.
    Nun:die Stimme der Frau wurde nicht gehört. Unser Vater
    erbte nicht, er erlernte, 1950 28 Jahre alt, den Beruf eines
    Zimmermanns. Unser Großvater haßte unseren Vater.
    Unser Vater rührte, aus dem Krieg heimgekehrt, auf dem
    Bauernhof nichts an, ohne „anzuschaffen“.
    Nur Imker blieb unser Vater, diesen Traum erfüllte er
    sich.
    Aber trotzdem:
    A propos Frau: hier in Graz, im Ortsteil Geidorf, gab
    es dieser Tage Leuchtwerbung und Plakatwerbung.
    Für Kreuzfahrten – da denkt man wohl nicht nur an das
    Mittelmeer – und für „Kofferpacken statt Keksebacken!“.
    Denn:
    Die F r a u muß „g e b r ä u n t“ sein. Im Englischen
    gibt es dieses Wort nicht wirklich: nur die Sache.
    Das war gewiß nicht immer so.
    Während einer sehr langen Zeit schon war die euro-
    päische und auch eine überseeische Kultur von
    „Naturgefühl“ geprägt, während welcher das Ideal für die
    Frau immer noch war: w e i ß zu sein. „Blancheflur“ heißt
    „Tristans“ Mutter bei Gottfried. S e i t dem Jahr 1 9 2 8
    u. Z. aber hat man gebräunt zu sein; „man“ (ich bin da
    beim Gebrauch des Pronomens radikal, manchmal muß
    man das Spielerische vorsichtigst vermeiden) – die Frau.

  2. Hallo Schlagloch!
    Tja, kein Wunder, dass unsere Kinder immer dümmer werden……und ihnen auch sonst sehr viel verloren geht,….nicht nur das „Gefühl“ für die Zahlen.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünsche ich Dir.
    Grey Owl

  3. Liebe Grey Owl, lieber Franz,

    ich glaube nicht, dass Kinder immer dümmer werden. Es ist das erklärte Ziel der Forschung, das Leben des Menschen zu erleichtern. Wäre die Forschung nicht, würden wir uns noch heute mit lästigen Kopfrechnungen oder sonstigem Kleinkram, der den nächsthöheren Ebenen der Mathematik im Wege steht, befassen müssen. Die Sachverhalte und Problemstellungen im Leben sind zu komplex geworden, um darüber noch ohne technische Hilfe neue Erkenntnisse gewinnen zu können. Achja, und drehen wir den Spieß einfach mal um: Ein Kind von 2000 trifft während einer Zeitreise auf ein Kind von 1950 und wundert sich über dessen Unfähigkeit, mit einem Computer umzugehen. Wer ist dann also der Dumme? 😉

    LG, D.

  4. Wölfe und Namen

    Good morning Schlagloch, good morning Grey Owl
    Calluna,

    der Maler und Bildhauer und Kunsttheoretiker Heri-
    bert E c k (mein Kollege an der Universität, der
    sich als verwandt mit d e m E c k bezeichnet) publi-
    ziert, große Kunst könne auch in einer kleinen Kü-
    che groß werden.
    Über … Wölfe („Canis lupus“) sah ich gestern abends
    hier auf dem Fernsehschirm (wirklich ein „High-tech“-
    Luxus-Gerät) einen Film.
    Aber:
    Dem „R o t h u n d“ wurde gemäß dem Klassifikations-
    system für Pflanzen, Tiere und Pilze von Carl von
    Linné der falsche Name „Cuon a l p i n u s“ gegeben!
    Er kommt ja im Fernen Osten vor (s. „Wikipedia“, von
    mir – als Mitarbeiter der deutschen „Wikipedia“! – vor
    weniger als 1 Stunde erneut angeklickt) und ist vermut-
    lich das gefährlichste unter allen Tieren. Trotzdem: die
    Territorien des „Rothundes“ und des Wolfes überschnei-
    den einander nicht. Welches Ereignis der Geschichte der
    Jagd in welchem Jahr u.Z. bietet die Erklärung für die
    exakten Grenzen der Territorien des „Rothundes“?
    Bei der Kunstauktion in Graz in Steiermark in Österreich
    gestern und vorgestern wurde das (auch falsch benannte)
    Bild „Im Schafstall“ (es sind nämlich v.a. Ziegen auf dem
    Bild zu sehen – und ganz im Vordergrund ein Hündlein,
    ich habe das Bild hier auf dem Tisch vor mir, in einem
    von zwei Büchern, darunter eine „Bibel“) von Joseph Au-
    gust Knip (1777 – 1847) ersteigert. Nicht verkauft wurde
    aber jetzt das Bild „Scheues Kätzchen“ der Grazer Tier-
    nalerin Norbertine Bresslern-Roth (1891 – 1978). Es war
    wohl der Preis von 15.000 (fünfzehntausend) Euro (20.800
    US-Dollar) auch zu hoch bemessen: nicht nur nach mei-
    nem Dafürhalten. – Die Tiermalerin Bresslern-Roth soll –
    unter strengen Vorgaben eines Mannes! – auch beim Ko-
    chen gemalt haben, wie man mir vor wenigen Tagen
    schilderte.

  5. Hallo Mischkunst!

    Ich glaube auch nicht, dass die Kinder heute dümmer sind, ich habe nur den „Zeitenwandel“ festgehalten. In den meisten meiner Beiträge werte oder urteile ich nicht, sondern arbeite nur den Unterschied zwischen einst und jetzt heraus. Bei allen technischen Hilfsmittel, ich selbst benütze das Internet, den Laptop, oder noch konkreter einen Taschenrechner und die Duden Korrektur etc., sollte ein ursprüngliches Maß von „Kopfleistung“ gefördert werden.

    Gruss schlagloch.

  6. Herr B.B.!

    Kreativität, Schöpferwille oder Kunst fragt nicht nach dem Ort.

    Gruss schlagloch.

  7. Wenn wir annehmen, daß Johannes E c k (1486-1543,
    s. die Artikel zu dem Namen auf der deutschen und
    der englischen „Wikipedia“, von mir – als Mitarbeiter! –
    vor weniger als 1 Stunde angeklickt) „römisch-katho-
    lisch“ war, so ergibt sich für einen Protestanten trotz-
    dem die Schwierigkeit, daß Eck der Meinung ist, „die
    Kirche“ habe den S a b b a t abgeschafft und an des-
    sen Stelle den S o n n t a g treten lassen: „aus ihrer
    eigenen Gewalt und ohne die Heilige Schrift“. Gibt es
    eine klare Entscheidung zu dem Problem?
    Ich habe hier in einem Zimmer der Wohnung ein un-
    ter einem bestimmten Tag des 20. Jahrhunderts u.Z.
    datiertes Dokument, ein Gemälde, welches sich auf die
    Frage beziehen könnte.

    {Bestimmt u.e. für das Gästebuch http://52559.iboox.com/
    der „Pfarre Frohnleiten“ des „Dekanats Rein“}

  8. Hallo mischkunst!
    ooo.kkk…
    Brauchen wir Computer wirklich zum leben? Ja, es ist schön, dass sie da sind, dass ich mich hier mit Dir austauschen kann, und dass sich jetzt alle Menschen bei Wikileak die Wahrheit anschauen können.
    Aber was brauchen wir wirklich von dem ganzen Kram um uns herum?
    Lebenserleichterung……da bin ich doch voll dafür,….ohne Frage, besonders in der Küche, (…weil ich eine faule Köchin bin….grins…). Aber dadurch geht uns die Beziehung zur Nahrung, zur Erde, den Elementen, dem Natürlichen verloren.
    Dümmer sind die Kinder sicherlich nicht,…nein. Aber „was“ lernen sie denn? Wie sie besser arbeiten können, ein besserer Mitarbeiteer für ihren Chef werden, besser dienern und buckeln…? Schon die Kindeergärten werden von den Konzernen gesponsert. Man möchte sich ja seine Arbeiter heranziehen….Die volle (Aus-) Nutzung.
    Alles,…hat seine Zwei Seiten!
    Ich finde auch, dass den Kindern ein paar Fächer in den Schulen fehlen.
    Wer stellt denn die Lehrpläne auf? Dem, den sie nützen. Bei uns war´s früher die SED, der sozialistische Staat.
    Jetzt fragst Du Dich sicherlich welche Fächer das wären. Stimmt´s?
    Seelenarbeit, oder Gefühls- und Emotionslehre. Wie wärs mit Emphatie?
    Kommunikatioslehre (zwischenan alles Wesen). Ich fände das wichtiger als einen Computer zu haben,…und auch Küchengeräte….
    Ich seh´s an meinem Sohn. Er ist kaum in der Lage eine ordentliche Kommunikation zu führen….sitzt lieber am Computer,…spielt Spiele….

    Auch wenn sich die Wissenschaft immer so wehemend gegen das sogenannte magische gewehrt hat, jetzt beginnt sie es zu beweisen, und vielleicht,….sind sie irgendwann wieder Eins.
    Aber, vor langer Zeit haben weise Menschen das alles schon gewußt, was später, heute noch bewiesen werden muss.

    Wer macht denn das Leben so komplex und kompliziert? Wir Menschen in unserer hektischen Zeit, in der uns dabei doch so viel verloren gegangen ist……kannst Du Dich erinnern…..was das ist…?
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  9. gRÜSS gOTT sCHLAGLOCH;

    ich frage mich was passiert wenn der Strom nicht fliesst :))

    Liebe Grüsse//Erika

  10. Zu „03. Dezember 2010 um 08:54“

    Zu den in „Oststeiermark“ – ? – liegenden fünf Orten
    Vasoldsberg, Kühlenbrunn, Breitenhilm, Aschenbach
    und Premstätten (diese Namen entnehme ich aber
    n i c h t einem „Österreichischen Mittelschulatlas“), son-
    dern ihr Regen und ihr Schnee ist im Gedächtnis mei-
    ner frühen „K i n d e r s c h u h e“ , in welche man bei
    Kälte Z e i t u n g s p a p i e r stopfte.

    B. B., 08.12.2010, 18:59

    Zu „03.12.2010, 06:13“

    Aber trotzdem: welche fünf Orte definieren für Sie eine
    „O s t s t e i e r m a r k“ ? Und seit welchem Jahr u.Z.,
    g e n a u ? Und aus welchem G r u n d , g e n a u ? Vier
    der Orte, an die i c h denke, fand ich im „Österreichi-
    schen Mittelschulatlas“ (hier auf dem Tisch) eingezeichnet,
    in der „Hundert-Jahr-Ausgabe“. Ich ließ sie vor wenigen
    Monaten binden. Gestern, vor Mittag, hatte der Buchbinder
    einen Zettel an der Tür angebracht: der Betrieb sei, f ü r
    „i m m e r“ [,] g e s c h l o s s e n .

  11. Herr B. B. !

    Während der Volksschulzeit wurden meine Füße im Winter, damals gab es reichlich Schnee und in Politzen keine regelmäßige Schneeräumung, von sogenannten „Fußfetzen“ warmgehalten. Dies waren Reste von alten Flanellhemden, die zusätzlich zu den Socken um die Füße gewickelt wurden.

    Ich besaß beim Bundesheer als Ladeschütze bei der Panzerkompanie II, die in der Belgierkaserene in Wetzelsdorf stationiert war, und später als „Schreiber“ im Gruppenkommando II, in der Glacisstraße, weil ich als Fremdsprache „Griechisch“ angegeben hatte, nur ein paar Halbschuhe. Gegen Ende der Wehrdienstzeit brach, durch das viele Marschieren in der Grazeraltstadt und auf den Schlossberg, beim linken Schuh die Gummisohle entzwei. Fortan konnte ich an Regentagen die Kaserne nicht mehr verlassen, oder mein linker Fuß wurde total nass. Am Tag der Entlassung aus dem Wehrdienst, es war der 15. Dezember, kam ich am späten Nachmittag in Ferndorf an. Ich hoffte, dass meine Halbschuhe, insbesondere der Linke, den fünf Kilometer langen verschneiten Steig nach Politzen „durchhalten“ werden. Nach einem drittel vom Weg brach der linke Schuh entzwei und die Zehen ragten in den Schnee. Es war bitterkalt in den Zehen.

    „Für immer geschlossen“ wird zur Jahreswende öfter auf den Türen von kleinen Gewerbebetrieben und Handelsgeschäften stehen. Frohe Weihnachten.

    Gruss schlagloch.

  12. Good morning,

    aus Kärnten stammte der Mann jener Schwester
    unserer Mutter, die zuletzt in einem Betagten-Heim
    in Graz wohnte, wo wir sie regelmäßig besuchten.
    In dem Heim lagen Illustrierte als Lektüre auf. „Le-
    sezirkel“-Zusteller stellten solche Illustrierte zu. Ich
    wies darauf hin: solange in Betagten-Heimen die
    Würde betagter Menschen durch das Anbieten von
    wertloser Lektüre über die Maßen geschändet wird,
    kann wohl im Sinne irgendeines auslegbaren Ge-
    setzes gar kein Betrieb zusperren. Es können höch-
    stens Arbeitende von Gesetzlosen am Arbeiten ge-
    hindert werden.

  13. Pierre Eugène Drieu La Rochelle (1893 – 1945): war er
    S o z i a l i s t ? Das ist wohl noch nicht klar beantwortet.
    Aber trotzdem: im Hinblick auf welchen sehr frühen
    österreichischen Sozialisten scheint diese Frage entschei-
    dend?

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