ZU:hause

In einem Großteil der Gespräche ist heute davon die Rede, welche Reise man plant oder die Leute erzählen wo sie gewesen sind. Ein Trend sind die Städtereisen über das Wochenende. Den meisten genügen drei Tage um eine Stadt kennenzulernen. Die Hotels und die Reiseveranstalter haben auf diese Strömung reagiert, deshalb gibt es auch günstige Angebote, wenn man drei oder zwei Nächte bleibt. Wird bei einem Treffen mit Freunden vom Reisen erzählt, dann stehe ich etwas abseits, weil ich selbst wenig gereist ist und dann noch oft den selben Ort, die selbe Landschaft besucht habe. Deshalb, weil ich mehr kennenlernen will als die zehn besten Tipps vom Polyglottreiseführer.

Um etwas von einer Landschaft, von der Lebensweise der Menschen die dort leben zu erspüren, muss man öfter hinfahren. Zu verschiedenen Jahreszeiten, Begebenheiten und Feste. Nie kommt man der Seele der Menschen näher, als wenn man an ihren Feiern teilnimmt, diese nicht zum Zwecke des Fremdenverkehrs stattfinden. Auch die Gerüche, die Farben, das Licht einer Landschaft  sind in jeder Jahreszeit verschieden. So betrachtet macht beim Reisen nicht die Fülle von Orten aus, sondern die Eindrücke vor Ort. In diesem Sinne habe ich etwas von Friaul erlebt, dafür war ich noch nie in New York.

Manche wollen es anderen beim Verreisen gleichtun, sie fühlen sich ansonsten benachteiligt, obwohl sie kein Reisetyp sind. Ihnen macht eine neue Umgebung und die Änderung des Tagesablauf Beschwerden. Sie bekommen nach einigen Tagen körperliche Beschwerden, wie Magenschmerzen, Schwindel und Übelkeit, die wirkliche Ursache liegt im Heimweh. Sie fühlen sich zu Hause am wohlsten, in der vertrauten Umgebung.

Tagesausflug.

6 Gedanken zu „ZU:hause

  1. Es gibt den einen Reiz: Eine Gegend so kennenzulernen, als würde man ständig dort wohnen.

    Es gibt aber auch den Reiz, in kurzer Zeit einen Gesamteindruck einer Stadt zu gewinnen. Das habe ich angefangen bei Paris: Nahezu alle Arrondissements erwandert, um einen guten Überblick zu gewinnen und dabei auch auf so manche bezaubernde Kleinod-Plätze zu stossen.
    Ausgangspunkt meiner Märsche waren zwar Publikumsmagnete wie etwa der Eifelturm oder der Louvre, aber der Ehrgeiz war, möglichst „alles“ in Augenschein zu nehmen – was natürlich sehr viel Kraft kostet und wahrscheinlich nur in jüngeren Jahren geht. Aber der Gedanke: Vermutlich komme ich nicht mehr in diese oder jene Stadt, hat das motiviert!

  2. Hallo Gerhard,

    dies dürfte auch der Grund sein, warum in der „Kleinen Zeitung“ immer Donnerstags die Serie „48 Stunden in…“ erscheint. Dabei werden die verschiedenen Städte Europas vorgestellt. Sozusagen eine „Schnellimbissreise“.

    Gruss schlagloch.

  3. Schnellimbiss? Was ich von den Großstädten sah, siehst Du in keinem Hochglanzmagazin – von Hinterhöfen bis einsamen Plätzen, verwinkelten Gassen bis nichttouristischen Ecken.

  4. Hallo Schlagloch!
    Ja, so stelle ich mir reisen auch vor,….wahr zu nehmen, mit allen Sinnen….
    Das ist der wirkliche Genuß, nicht das Gefühl über anderen zu stehen, besser zu sein, reicher…..weil man ja schon so viele Orte „gesehen“ hat.
    Reich an Eindrücken der Sinne, und die Erinnerung an all´die Gefühle….
    Es ist wie beim Träumen…..will ich mich an einen Traum erinnern, erinnere ich mich an das Gefühl,….dass ich im Traum hatte, und siehe da,…..die Bilder kommen….und zum träumen,….muss man auch nicht verreisen….
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  5. Hallo!

    Im Wesentlichen sind wir einer Meinung, dass es nicht immer die bekannten Sehenswürdigkeiten sind die in Erinnerung bleiben, sondern vieles, was man selbst abseits der Touristenpfade entdeckt hat, bleibt einem oft länger in Erinnerung.

    Gruss schlagloch.

  6. Sehr schön ausgedrückt, was Reisen sein kann. Ich denke die Feiern miterleben, ist schon eintauchen in diese Welt. Auch wie du bin ich der Meinung, dass die Eindrücke vor Ort entscheidend sind.

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