ZWILL:inge

Scheidet man aus dem Arbeitsprozess aus, so erlebt jeder die Wochen davor anders, dies betrifft die unselbstständigen und die selbstständigen Erwerbstätigen in gleicher Weise. Es ist die Zeit, wo man am Arbeitsplatz beginnt, die betrieblichen und die persönlichen Utensilien zu trennen. Viele Jahre konnten sie am Schreibtisch und im Büroschrank nebeneinander existieren, jetzt müssen sie fein säuberlich getrennt werden. Bei einem Selbstständigen ist dies in der aktiven Phase kaum zu unterscheiden, weil Betrieb und Privat sind eine Einheit. Es ist, als ob man Siamesische Zwillinge trennen muss. Aus medizinischen Berichten wissen wir, dass dies, je nach Art der Verwachsungen, ein schwieriger Eingriff ist. Meistens ist  nur einer lebensfähig. So ähnlich kann man die Trennung zwischen Betrieb und Privat, das Ausscheiden aus dem Betrieb, erleben. Um einen Teil lebensfähig zu erhalten, muss der andere absterben.

Ein Geistlicher hat gehört, dass ich mich aus dem Geschäftsleben zurückziehen werde und hat sich nach meinem Befinden erkundigt. Er hat bedauert, dass er  trotz seiner siebzig Jahre nicht in den Ruhestand gehen kann, da der Bischof für seine Pfarre keinen Nachfolger hat. Er ist zum Durchhalten verurteilt.

Gottespension.

2 Gedanken zu „ZWILL:inge

  1. Grüss Gott Schlagloch,

    ich wünsche dir, dass du die Trennung gut überstehst. Nun hast du Zeit für all die Dinge die dir Vergnügen bereiten und die anderen mit denen du deinen Lebensunterhalt verdienst kannst du sein lassen. Obwohl,
    ich glaube nicht dass es möglich ist ein Leben lang ungeliebte Arbeit zu verrichten.
    Vermutlich bist du eh ein Kopfarbeiter – d.h. du wirst nie mit deinem Tun aufhören können.

    Einen frohen Ruhestand wünscht dir//Erika

  2. Hallo Erika!

    Danke für deine Wünsche! Wie du sagst, „Kopfarbeiter“, egal in welchem Bereich, gehen nie in Pension, solange das Gehirn mitmacht. Meistens stirbt es zuletzt.

    In den nächsten Jahre werde ich mich, so Gott will, meinem „Archiv“, das sind ca. zweihundert Notizbüchlein, zuwenden. Ich weiß selbst noch nicht, was ich dabei alles zu Tage fördern werde.

    Gruss schlagloch.

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