AUS:radiert

Mit dem Wort „ausradiert“ verbinden wir verschiedene Vorstellungen. Am häufigsten denken wir daran, dass ein  falsch geschriebenes Wort ausradiert wird. Auch bei diesem so selbstverständlichen Vorgang hat es in den letzten Jahrzehnten einige Entwicklungen gegeben. Vor Jahrzehnten gab es zum Ausradieren nur den rotblauen Radiergummi, den wir alle kennen. Zu den Kautschukradiergummis sind die sogenannten Plastikradiergummis dazugekommen. Für die mechanische Schreibmaschine wurde der Radierstift und der Korrekturroller entwickelt. Bei den elektronischen Schreibmaschinen konnte man die Fehler mit Hilfe eines Korrekturbandes ausbessern. Am Computer gibt es den „virtuellen Radiergummi“, es war noch nie so einfach Fehler zu beseitigen.

Das Wort „Ausradiert“ benützen die Zeitungen bei Katastrophenfällen, wie Verkehrsunfall, Lawinenabgang, Tsunami oder Erdbeben, wenn dabei eine ganze Familie umkommt, oder ein ganzer Ort zerstört wird. Ein Name, eine Familie, ein Ort wurden für alle Zeiten gelöscht. Bei uns macht sich tiefe Betroffenheit breit, soweit wir bei der Fülle von Katastrophen die aus dem Radio, dem Fernseher und dem Internet in das Wohnzimmer schwappen, noch Zeit und Mitgefühl haben.

Wird  nach vierzig Jahren der Firmenname auf der Hausfassade übermalt, dann wird mit Farbe und Pinsel ausradiert. Der Name wird aus dem Gesichtsfeld gelöscht, oder schimmert noch das Negativ durch, obwohl ein neuer Name auf der Hauswand steht?  Verzögern kann man den Vorgang, wenn man einen Ordner anlegt und darin Werbebriefe, Prospekte, Fotos und Leserbriefe aufbewahrt und sich vornimmt, in fünf Jahren den Ordner zu durchforsten. Dann kann man neu entschieden, was man behalten will und von was man sich trennen will.

Bedeutungslos.

2 Gedanken zu „AUS:radiert

  1. Im Internet kann man Informationen schwer ausradieren,dass hätten sie noch in ihren Text mitberücksichtigen müssen. Es wäre gut, wenn Informationen ein Verfallsdatum kennen würden wie abgelaufene Ware. Rachebilder von der nackten Ex beim Sex schwirren in den Weiten des Internets rum. Diese Bilder kann man schwer loswerden.

  2. Hallo Depri!

    Im Internet ist es schwierig Seiten zu löschen, aber wollen wir dies überhaupt? Hofft man nicht darauf, dass diese Einträge für die „Ewigkeit“ sind!

    Gruss schlagloch.

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