uni:tag II

Als Selbstständiger war es für mich ungewöhnlich mich an Andere anzupassen. In den vergangenen Jahrzehnten habe ich Anderen vorgegeben wie eine Aufgabe gelöst wird. Dieser Umstand war bei Beginn meiner Unibesuche mein größtes Handikap, die Anpassung an das System. Beim Studium musste ich bestimmte Regeln einhalten und Aufgaben nach einem vorgegebenen Schema erledigen. Meiner Kreativität konnte ich nicht immer freien Lauf lassen. Im Hinblick auf die Note war ich mir unsicher, ob meine Phantasie von den Studenten, wie auch vom Professor verstanden wird.

Weiß man über das Thema einer Lehrveranstaltung ein wenig Bescheid, dann bemerkt man, wie wenig die Studenten wissen. Das geringe Allgemeinwissen der Studierenden hat mich erstaunt, sie hatten ja die Reifeprüfung abgelegt. Vieles interessiert sie nicht. In manchen Fällen hatte ich den Eindruck, dies ist eine Generation, welche sich nicht für gesellschaftliche und soziologische Vorkommnisse interessiert. Ihr Interesse beschränkt sich auf das Notwendigste, man will den Professor nicht herausfordern. Es gibt kaum Nachfragen und Einwände von ihrer Seite. Während der Vorlesung beschäftigt man sich oft mit den neuesten Postings auf Facebook. Als ich meine Erfahrung mit dem literarischen Schreiben, die manches Mal konträr zur Meinung des Professors gestanden ist in die Lehrveranstaltung eingebracht habe, bin ich wahrgenommen worden.

Im Moodle konnte ich verfolgen, dass viele ihre Aufgaben im letzten Moment eingereicht haben. Dem Inhalt dieser Arbeiten war anzumerken, dass sie nur um der Abgabebestätigung willen eingereicht wurden. Bei der Lehrveranstaltung „Schreiben & Publizieren“ war jeder Autor zugleich auch Kritiker anderer Texte. Manche Texte waren sehr fantasievoll. In den zwei  Semestern „Schreiben & Publizieren“ habe ich eine Vielzahl von Texten und Beiträge geschrieben. Davon werde ich einige auf dieser Webseite unter der Kategorie „Uni Texte“ veröffentlichen.

Sprachlos.

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