geist:unter

Man fragt sich oft, was macht den Geist oder konkreter, was macht einen geistigen Menschen aus? Bei einer Beurteilung wird jeder von sich ein höheres Urteil abgeben. Das geistige Vermögen schätzt man danach ein, was man in der Schule und im Beruf erreicht hat. Bei den Schulzeugnissen stellt sich die Frage, sind sie ein Gradmesser für das Niveau eines Menschen? Besteht nicht die Möglichkeit, dass sich Fähigkeiten abseits von Schulnoten entwickelt haben? Im Berufsleben kommt viel Wissen und geistige Wendigkeit hinzu, heute sprich man vom lebenslangen Lernen. Dazu ist es notwendig, dass man von diesen Angeboten Gebrauch macht und nicht dem Irrtum unterliegt, dass einmal lernen genügt. Viele glauben sie schaffen neue Herausforderungen, wie den Sprung in die Selbstständigkeit, ohne Unterstützung. Ich konnte erleben, wie anregend ein gemeinsames Wochenende für Kleinunternehmer, veranstaltetet vom Wirtschaftsförderungsinstitut, sein kann.

Scheidet man aus dem Arbeitsleben aus, dann erhält auch der Wille zur Fortbildung  einen Knick. Am Lautesten werden Computerkurse für Senioren und Seniorinnen beworben. Die  Zukunft schätzt den Umgang mit dem Computer, ein Computerkurs hat den Stellenwert einer Lebensverlängerung. Dabei können viele Senioren mit den  zahlreichen Funktionen am PC, mit  der Vielfalt des Internet  nichts anfangen. Mit dem Ausscheiden aus der Erwerbstätigkeit verliert man viele Aufgaben und geistige Herausforderungen, es kann sich eine neue geistige Situation ergeben. Geht das geistige  Gegenüber verloren und versteckt sich hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen, erwartet einem das Niemandsland der geistigen Herausforderung. In der Werbung wird das Rentenalter mit Reisen und Speisen gleichgesetzt, mit den bequemen Dingen im Leben. Bei den Ausflügen wird man nahe an die Sehenswürdigkeiten herangefahren, so bleibt die körperliche Anstrengung auf niederem Niveau, nach jeder Besichtigung gibt es eine Pause und eine Jause.

Die Fahrt in die Pensionsjahre gleicht einer Reise in die Wüste, wo man Gefahr läuft körperlich und geistig zu verdursten. Wissen und geistige Elastizität waren  im Berufsalltag selbstverständlich, mit dem Pensionsalter gehen sie verloren. Die größere Katastrophe ist, wenn sich die Räder vom Lebensgefährt im Sand eingraben und das Gefährt für immer in einer Dünne verschwindet.

Sandsturm.

Ein Gedanke zu „geist:unter

  1. Pingback: Reisenews

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.