mehr:meer

Was kann ich über das Jahr, seitdem ich in Pension bin, sagen. Wo habe ich mehr erreicht als während der Berufszeit. Unmöglich wäre der Besuch von Lehrveranstaltungen auf der Uni Klagenfurt  gewesen, wo ich mich mit dem  Schreiben auseinandergesetzt habe. Nach vorgegebenen Aufgabenstellungen und unter Berücksichtigung der Rechtschreibung, Orthografie und der Grammatik. Fehler in diesem Bereich wurden bei der Bewertung des Textes berücksichtigt, der wesentliche Aspekt  war die literarische Form und das sprachliche Ausdrucksvermögen.

Umgekehrt habe  ich meinen Literaturminiaturen weniger Zeit widmen können, anderseits habe ich den Anspruch für das Blog Schlagloch in die Höhe geschraubt. Ich habe mehr Korrekturen angebracht,  als dies vorher der Fall war. Ob dadurch die Texte an Spontanität eingebüßt haben, kann ich selbst nicht beurteilen.  Läuft dies ähnlich ab  wie bei der Verdauung,   dass je länger die Speisen  im Magen und  Darm verweilen umso mehr Nährstoffe werden aus den Lebensmitteln herausgefiltert.   Auch die Teilnahme an Workshop mit literarischen und religiösen  Themen war möglich.  Der Urlaub war,  wie  auch schon zu den Berufszeiten, ein Kuraufenthalt. Die körperlichen Beschwerden haben sich trotz Pension nicht aufgelöst. Manches Mal ist das Gegenteil eingetreten, dass ich meinen Körper mehr beobachte und auch kleine Beschwerden, Schmerzen und Veränderungen wahrnehme. Im Beruf hat man keine Zeit diese kleinen Unbilden wahrzunehmen. Da wird das Meiste von den Aufgaben überdeckt. Die Idee aus Langweile oder aus Neugier zum Arzt zu gehen, kann einem im Berufsalltag nicht kommen. Es kann sein, dass man für seine Neugier durch den Arzt mit einer Diagnose bestraft wird.

Immer wieder  stellt man sich die Frage, ob man jetzt zu den älteren Leuten gezählt wird. Irgendwann wird man dann  von jemandem getröstet der sagt, dass das Alter erst mit 65 Jahren beginnt.  Wird man 65 Jahre alt sein, dann wird sich jemand finden der sagt, das Alter fängt mit siebzig Jahren an.  Und vielleicht verspricht dann die Medizin,  dass niemand vor Neunzig sterben muss.  Ein wirksames Mittel gegen Schnupfen wird es immer noch nicht geben.

Jung mit 66.

4 Gedanken zu „mehr:meer

  1. „WORTE JESU“ ist ein Buchtitel: der Rechtsanwalt Stauffacher! Ich hatte das Buch schriftlich bestellt. Jesus sagt, im Alter von zwölf Jahren im Tempel, Josef sei nicht sein Vater, Maria aber nennt Josef dort den Vater Jesu. Ich bin Mitarbeiter der „Wikipedia“ und klickte vor weniger als einer Stunde den Artikel zum Bild Raffaels und der Komposition Liszts „VERMÄHLUNG_MARIÄ_(RAFFAEL)“ an: das Bild und die Komposition setzen voraus, daß Josef ein alter Mann sei. Ich klickte vor weniger als einer Stunde auch „Barne’s Notes on the Bible“ und „Clarke’s Commentary on the Bible“ zum Evangelium des Arztes, „Luke 2:5“, auf „Biblehub“ an: dort wird hervorgehoben, daß die Sorglosigkeit des Vaters Josef und der Mutter doch absurd scheinen, als Jesus mit der Reisegesellschaft den Tempel von Jerusalem verlassen haben soll. Ich dachte im Augenblick: absurd schiene diese Sorglosigkeit, wenn Josef ein alter Mann ist. Ein alter Mann, der „das Leben kennt“, wäre wohl überfürsorglich. Das Geheimnis zwischen der Kraft eines jungen Mannes und dem Knaben, der ihn mit Ahnung erfüllt, aber wäre möglich, daß der junge Vater den Knaben in Nazaret dem immer abgrundtief Bösen des sozialen Zusammenhangs – wie er durch das moderne Schulwesen, insbesondere des Internats, offenbar ist – überlassen könnte. – Ich schlug die Schrift auf Tischen auf: im Schöpfungsbericht – „GENESIS 2:4-7“ – steigt ein NEBEL von der Erde auf, BEVOR es GEREGNET hat, als der Vater Adam geschaffen wird. Auch darüber wurde gerätselt, aber nicht genug, glaube ich: insbesondere von den drei „fundamentalistischen“ überseeischen Denominationen der „ZEUGEN JEHOVAS“, „ADVENTISTEN“ und „MORMONEN“ nicht genug.

  2. Das Alter kommt plötzlich:
    War man gestern noch fidel, leistungsfähig, drahtig, „jung“, so ist man JETZT plötzlich alt. Man könnte jetzt schnell, um entgegenzuwirken, Fitness machen. Ob das hilft? Vielleicht.

    Gestern erschlug eine Holzfigur, die ich in Frankfurt gekauft hatte, beim Herunterfallen von einem Regal eine meiner besten Keramiken. Ich hatte die Figur nicht auf einem Holzquader festgeleimt: Dachte mir, vielleicht finde ich einen besseren Sockel. Aber Fakt war, daß es mir zu beschwerlich war, sie am Sockel festzuleimen. Alleine das Finden eines geeigneten Sockels verschlang meine Energie, deshalb belies ich es dabei.
    Hätte es so etwas vor 5 Jahren gegeben??

  3. JESU WORTE über das Weltende, daß alle freien und sich freien lassen wie vor der Sintflut: ich fand bis zur Stunde und und bis zu diesem Augenblick nirgends die Auslegung. Ich schlug die Schrift auf Tischen auf, und ich las vor weniger als einer Stunde, als Mitarbeiter, auch den Artikel „SINTFLUT“ der „Wikipedia“: er zitiert diese WORTE JESU über das sechshunderste Lebensjahr Noachs, der Artikel scheint mir aber das Problem gar nicht anzusprechen, was denn nun das BESONDERE daran sein soll, daß in jenem Jahr die Menschen heiraten wie scheinbar doch immer. – Acht Menschen überleben die Sintflut. Nachdem Noach ein Alter von fünfhundert Jahren erreicht hatte, wurden im drei Söhne geboren. – Ich durfte am „25. Oktober 2013“ und am „26. Oktober 2013“ zwei Gespräche führen: in Kumberg bei Graz und oberhalb von Kumberg bei Graz steht je ein Wegkreuz. Eines der Gespräche betraf aber insbesondere zwei Kreuze in Graz: Jesus ist durch acht Wunden an das Kreuz genagelt. Durch fünf Jahrhunderte sind sechs und acht Jahrhunderte nicht teilbar. Ich dachte im Augenblick: das lenkt den Gedanken auf jene Zeitvorstellungen hin, die ein etwaiges Weltende in so weiten Fernen denken, daß eine Erlösung nur in der Meditation des Individuums in ein Bewußtsein treten könnte.

  4. Hallo Gerhard!
    Manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken, gut, dass ich dies schon vor ein paar Jahren gemacht habe. Mit der Erkenntnis, dass verschiedene dinge heute nicht mehr moeglich waeren. Das heraufdaemmernde Alter, aber nicht ohne meinen Wiederstand.

    Gruss schlagloch.

    Bedauerlich, dass deine wertvolle Vase kaputt ist. Solche #Unfaelle# haben bei uns die Katcen verusacht.

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