ski:sport I

Das Wort „Burnout“ ist eines der Modewörter der vergangenen Jahre, die moderne Bezeichnung für Depressionen, für das seelische Ausgebrannt sein. Gesellschaftlich ist es auch heute noch verpönt, wenn sich jemand dazu bekennt. Nur Mutige äußern sich darüber öffentlich. Dies fördert den Abbau der körperlichen Spannungen. Seelische Empfindlichkeit haftet in unserer Gesellschaft etwas Grenzwärtiges an. In der leistungsorientierten Arbeitswelt und Gesellschaft  wird man damit schnell aussortiert. Bekannte Sportlerpersönlichkeit gestehen immer wieder ein, dass sie dem Erwartungsdruck siegen zu müssen, nicht standhalten können. Vor Jahrzehnten wäre ein solches öffentliches Geständnis ein Affront gegenüber der eigenen Nation gewesen. Diejenigen wären als Verräter am Sport beschuldigt und fallen gelassen worden. In der vergangenen Wintersaison hat die amerikanische Slalomfahrerin Lindsey von V. versucht zu verbergen, dass sie den psychischen Anforderungen des Spitzensportes nicht mehr gewachsen ist. Das Krankenhaus hat den Reportern mitgeteilt, dass sie wegen Bauchschmerzen in Behandlung ist.

Ist eine der Ursachen für die Überforderung der Sportler der Ehrgeiz der Trainer und der Funktionäre? Inwieweit tragen wir Zuschauer dazu bei, egal ob live im Zielraum oder am Bildschirm, dass die Anforderungen an die Spitzensportler immer höher geschraubt werden? Wen interessiert ein Sportevent, wo keine  extremen Leistungen  geboten werden? Dabei bringt schon ein realistischer Wettkampf genug an Spannung mit.

Fassdaubenrennen.

4 Gedanken zu „ski:sport I

  1. Burnout ist was ähnliches wie Depression, denke ich, aber nicht dasselbe.
    Burnout wird noch häufiger vorkommen als jetzt. Unsere Leistungsgesellschaft wird immer unerbittlicher. Jeder muß alles können und allerzeit. Es ist selbstverständlich, massiv im Beruf zu stehen, gleichzeitig ein Haus zu bauen mit allen Kalamitäten, womöglich noch Zusatzämter zu haben und ein guter Familenvater zu sein,

  2. Hallo Gerhard!

    Vielleicht ist Burnout ein zu viel an vermeintlichen Fähigkeiten und vorallem will man nichts versäumen. Es ist eine ähnliche Sache bei den LVS, manche Professoren laden eine Unmenge an Beiträgen und Buchempfhelungen hoch, niemand kann dies wirklich „durchackern“. So hat man in vieles reingeschnuppert, aber wenig wirklich tief inhaliert.

    Gruss Schlagloch.

  3. Hallo Schlagloch 🙂
    Depressionen treten sowohl als Folge von Burnout auf, wie auch ohne. Der Druck auf die Menschen steigt immer stärker – richtigerweise von Gerhard mit „unerbittlich“ beschrieben.
    Wer andere Vorstellungen von Leben hat, wem die Wärme unserer materiell ausgerichteten Gesellschaft fehlt, wer keinen Sinn in seinem Leben erkennen kann, der hat es ungemein schwer und wird leichter erkranken.
    Treffen kann es jedoch jeden.
    Wenn man sich die Selbstmordrate ansieht, die ist (in D) erschreckend hoch. Aber jeder hat in seinem Bekanntenkreis mittlerweile Menschen, die an Depressionen erkranken und erfolgreich behandelt werden.
    Gab es das früher in dieser Anzahl? Ich kann mich nur an wenige Fälle erinnern. Aber niemand erzählte gerne solche Erkrankungen herum. Wer wollte schon als „verrückt“ gelten. 🙁
    Grüßli .. und das Leben nicht zu ernst nehmen 🙂

  4. Hallo Schlafmütze!

    Das Leben nicht zu ernst nehmen, ist ein guter Vorsatz. Kärnten steuert gerade auf den Höhepunkt vom Fasching und leider auch auf den Höhepunkt von der „Hypopleite“ zu. Angeblich ist es derzeit nicht ratsam sich im übrigen Österrreich als Kärntner zu outen.

    Ein Problem für Depressive dürfte auch sein, dass ihre Erkrankung in der Öffentlichkeit anders bewertet wird, als ein Hüftoperation. Sie werden sozusagen in das „verrückte“ Eck gestellt und verkriechen sich daher. Dabei wäre es hilfreich, sich soviel als möglich „im Freien“ aufzuhalten.

    Gruss schlagloch.

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