ver:trauen II

Für den religiösen Menschen und seinem Glauben spielen die Ereignisse rund um das Weihnachtsfest eine bestimmende Rolle. Im Alltag sagen wir oft wir hoffen, dass eine Reise, eine Familienfeier harmonisch abläuft. Man vertraut, setzt nicht auf Aufklärung und Voraussicht. Setzt Vorausplanung und Einsicht den Glauben außer Kraft? Fast nichts läuft im Alltag ohne Vertrauensvorschuss ab, wir vertrauen auf die Wirkung einer Massage oder eines Medikamentes. Bereits bei so einem banalen Vorgang, wie einem Einkauf, vertrauen wir, dass wir Dies und Jenes im Regal vorfinden werden. Das größte Vertrauen setzen wir in den Partner. Wir hoffen, dass er uns in einer schwierigen Lebenssituation, wenn wir angegriffen oder beschimpft werden, wenn wir müde und ausgelaugt sind, unterstützt. Uns zu einer unangenehmen Besprechung oder Untersuchung begleitet. Als selbstverständlich nehmen wir an, dass wir morgens wach werden. Die Zweifler versichern sich nachts zwei bis dreimal, dass sie noch am Leben sind.

„Dass die Sonne morgen aufgehen wird, ist eine Hypothese und das heißt: wir wissen nicht, ob sie aufgehen wird“. (Zitat Ludwig Wittgenstein)

Unbewusst vertrauen wir ein Leben lang unserem Herz, von dem die Meisten nicht wissen, welche Leistungen es erbringt. Erst wenn es schmerzt oder holpert werden wir wachgerüttelt. Ähnlich verhalten wir uns zu den anderen Organen. So zu der Lunge, der wir erst dann Aufmerksamkeit schenken, wenn wir beim Stiegensteigen in Atemnot geraten. Nach Tagen, an denen ich keinen Text verfasse, vertraue ich meinem Gehirn, meiner Intuition oder wem sonst, dass ich in der Verfassung bin Texte zu erstellen. Würde die Eingebung ausbleiben, wäre dies für mich ein großer Vertrauenseinbruch.

Richtwert

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