grenzen:los

Eine neue Funktion erhalten die Grenzübergänge Thörl-Maglern und Wurzenpass seit die Balkanroute für die  Flüchtlinge geschlossen wurde. An beiden Grenzübertrittsstellen trifft man Vorbereitungen um wieder Passkontrollen durchzuführen. Es betrifft alle Reisende, egal ob In- oder Ausländer, Immigranten oder Flüchtlinge. Mit Skepsis beobachtet man die zukünftigen Entwicklungen, handelt es sich doch um keinen Grenzverkehr unter Nachbarn, sondern zwischen Kontinenten. Plötzlich ist es wieder notwendig, dass man bei einer Reise innerhalb der EU, auch zum Nachbarn, den Reisepass einpackt. Dies war einige Jahre völlig vernachlässigbar. Auf Grund der Migrantenströme will man von jedem Staatsbürger immer mehr Daten speichern, jede Person gilt als verdächtig. Für meinen neuen Reisepass wurde bei mir erstmals vom Zeigefinger ein Fingerabdruck gemacht. Dieser ist im neuen Pass integriert. Gegenüber der Beamtin habe ich mein Erstaunen ausgedrückt, dass ich dies noch erleben kann!  Ein Kuriosum ist der Geburtsort, welcher in meiner Geburtsurkunde angegeben ist. Als Geburtsort steht: Politzen. Üblicherweise wäre Ferndorf  der Geburtsort, bei mir steht in allen Dokumenten Politzen. Dies war damals eine kleine Ortschaft in der Gemeinde von etwa fünf zerstreuten Bauernhäusern. Wie die Beamtin mir versicherte kennt man den Ort Politzen weltweit. So wird ein weiteres Pseudonym “Franz von Politzen” geboren. Ich habe auf Google eine Suchanfrage gestartet: Zu Politzen gibt es auf Google 10.400 und zu Ferndorf  373.000 Einträge. Zu einer gewissen Bekanntheit haben es die beiden Politzner Kampfkatzen, Charly und Undine,  gebracht, weil sie von mir öfter im Blog erwähnt wurden.

Die verschiedenen Währungen im Dreiländereck, Österreich-Ex-Jugoslawien- Italien, vor der Einführung des Euro, haben das Kopfrechnen der Jugend und der Erwachsenen geschult. Heute ist dies infolge der gemeinsamen Währung nicht mehr notwendig. Gestiegen ist das Interesse an der Sprache der Nachbarn. Diese werden bereits in der Elementarschule in den Unterricht eingebaut. Wahrscheinlich muss friedliches Zusammenleben von jeder Generation neu erarbeitet werden. Alles braucht seine Pflege, ob Nachbarschaft oder Sprache.

Nationalfeiertag.

2 Gedanken zu „grenzen:los

  1. Ich habe mal gelesen, daß ein Kartenhersteller einen Phantasieort in den Alpen in seine Karte eingetragen hat, um erkennen zu können, ob seine Karte vom anderen Hersteller kopiert wurde.

  2. Hallo Gerhard!

    Es ist erstaunlich oder unheimlich, dass man heute bei Google Informationen zu Ortschaften findet, welche in der Realität fünf Kilometer weiter niemand mehr kennt. Erstaunlich oder unheimlich, beides ist Ansichtssache. So wird ein weiteres Pseudonym „Franz von Politzen“ geboren.

    Gruss schlagloch.

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