er:krankung

In der Innenstadt ist man in den 70er Jahren kaum behinderten Menschen begegnet, die Städte waren behindertenfrei. Heute trifft man zumeist an Sonn- und Feiertagen Gruppen von Behinderten aus den Heimen bei verschiedenen Belustigungen, wie Eis essen oder Ringelspiel fahren. Beliebt ist auch der gemeinsame Besuch des Gottesdienstes. Im spirituellen Umfeld entsteht der Wunsch nach Heilung. Ich frage mich, welche Gottesvorstellung  die körperlich oder geistig Behinderten haben? Mir fällt es schon schwer diese zu artikulieren. Die Titelseite einer Kärntner Tageszeitung gestalten zu Weihnachten und zu Ostern Behinderte mit ihren Zeichnungen. Dies sind  Bilder von tiefer Frömmigkeit. Motive welche die Herzseiten berühren, bei welchen sich der Verstand nicht aufhält.

Am Ende des Winters können die meisten Erwachsenen, voran jede Mutter, zwischen einem grippalen Infekt und einer echten Grippe unterscheiden. Dafür zeigt man Interesse, es kann jeden treffen. Grippaler Infekt und Grippe sind erkennbar, bei der Psyche agiert man im unsicheren Terrain. Das erkennt man auch daran, dass man sich von dem Wort Depression verabschiedet hat und jetzt das Wort Burnout verwendet. Diese Bezeichnung hat keine belastete Vergangenheit. Die Zustände der Depression sind seit der Antike bekannt.

Wer unter einem Burnout leidet und dieses überwindet, was je nach Intensivität eine unangenehme Sache sein kann und über schriftstellerisches Talent verfügt, kann daraus einen Bestseller formen. Im Bundesland Kärnten haben darüber einige Betroffene ein Buch geschrieben und in der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese Präsentationen sind zumeist gefragter als Referate über einen gesunden Lebensstil. Vom Teuflischen geht mehr Faszination aus, als vom Göttlichen.

Hohlweg

5 Gedanken zu „er:krankung

  1. Burnout ist Überlastung, Depression eher eine Belastung durch trübe Gedanken, oft genetisch bedingt..

  2. Guten Tag,
    ich habe auch das Gefühl, dass zunehmend mehr Menschen an Depressionen oder Burnouts erkranken. Ich selber habe zum Glück bisher keinerlei Erfahrungen damit gemacht.

  3. Hallo Gerhard!
    Vielleicht lässt sich feststellen, wann das Wort Bournout erstmal in den Zeitungen populär wurde? Schon in der Antike kannte man den Begriff „Melancholie“…

    Gruß schlagloch

  4. Meiner Meinung nach haben die Menschen mit Handicap ähnliche Vorstellungen von Gott, wie die gesunden. Warum sollten die anders sein? Die Menschen sind so geboren (größtenteils) und leben ihr Leben, wie jeder andere auch. Sicherlich ist dem einen oder anderen das „anders sein“ manchmal bewußt, aber ich glaube der Schwerpunkt im Leben liegt auch für sie eher darauf, mit dem Leben zurecht zu kommen, welches sie haben. Also lernen, arbeiten, glücklich sein, Wünsche haben Freunde finden, Musik hören usw. !
    Grüßli 🙂

  5. Hallo Schlafmütze!

    …“aber ich glaube der Schwerpunkt im Leben liegt auch für sie eher darauf, mit dem Leben zurecht zu kommen, welches sie haben“. Damit kommst du ihrem Empfinden bestimmt nahe. Sie werden sich im Leben auf ihre Weise genauso „abstrampeln“ wie wir…

    Gruss schlagloch

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