ge:leise

Martin Heidegger hat sich damit beschäftigt: „Was heißt denken“? Zumeist schaffen wir es bei einem aktuellen Thema nicht, uns von bekannten Gedanken zu lösen. Im Kreisverkehr eine neue Richtung einzuschlagen, die Spur zu wechseln. Darin liegt  auch die Schwierigkeit  sich von negativen Gedanken und Vorstellungen zu trennen. Die Sorgen drehen sich im Kreis, man findet im Kreisverkehr die mögliche Ausfahrt nicht. Das Schablonendenken lässt sich kaum durchbrechen, wie Züge fahren wir auf vorgegebenen Geleisen dem Ziel entgegen. Eingefahrene Geleise geben Sicherheit, anderseits blockieren sie die Wege für Neues. Ein anschauliches Beispiel für Geleise sind ein Stück Römerstraße zwischen Federaun und Warmbad Villach. Auf einzelnen Abschnitten kann man die Fahrrinnen im Felsgestein sehen. Die Räder der römischen Postkutschen haben sie in das Felsgestein eingefräst.

Wer auf verschneiten Bergstraßen unterwegs ist erlebt, wie sich auf der Straße Geleise gebildet haben. Dies sind vereiste Fahrrinnen. Einerlei, ob beim Hinauf- oder Herunterfahren vom Berg, man ist froh, gibt es keinen Gegenverkehr. Problematisch ist es die Fahrrinnen zu verlassen, das Betätigen der Bremse bleibt wirkungslos. So schlittert man mit dem Pkw den Berghang hinunter, ein gewolltes Lenken des Fahrzeuges  zumeist unmöglich. Bis jetzt bin ich aus solchen Situationen noch immer glimpflich davongekommen. Berüchtigt ist ein Straßenstück am Wurzenpass, dort hat die Straße ein Gefälle von achtzehn Prozent. Am Ende des Steilstückes hat man ein Gegenstück geschaffen, einen sogenannten Ausrollweg. Hier würde das nicht mehr steuerbare, ungebremste Auto durch die Schwerkraft zum Stillstand kommen. Bis heute gibt es dafür keine bessere Lösung.

Bremsweg

2 Gedanken zu „ge:leise

  1. Hallo Franz,
    das Dilemma, aus dem eingefahrenen Denken auszubrechen, hast du sehr gut beschrieben. Ein Anfang ist es sicher, wenn man sich die eingefahrene Denkweise bewußt macht, oder jemand anderes macht das 😉
    Liebe Grüße nach Österreich. 🙂

  2. Hallo Schlafmütze!
    Zumeist braucht es zuerst den eigenen Leidensdruck oder den Anstoß von außen und dann die eigene Einsicht, dass man etwas ändern will. Aller Anfang ist schwer. Einen schönen Feiertag.
    Gruss schlagloch

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