alles:freude II

In den Kärntner Dörfern ist es Brauch, dass die Nachbarn das Geburtstagskind in aller Hergottsfrüh aus dem Bett ausaschießn. Ein guter Kontakt zu den Nachbarn, ob in einer Wohnanlage oder in einer Siedlung, kann wichtiger sein als zur Verwandtschaft. In manchen Familien ist das Verhältnis zu den Anrainern besser als zu den eigenen Kindern. Eine funktionierende Nachbarschaft ist eine Überlebensstütze. Bei einem Notfall ist zumeist eine Nachbarin oder ein Nachbar schneller erreichbar, als die Verwandten. Die  Kinder leben oftmals von ihrem Elternhaus weit entfernt.

Die Aufmerksamkeit spielt verrückt, wenn man vor dem Geburtstag eine gesundheitliche Durststrecke mitgemacht hat. Es Sorgen gab, ob man die Krankheit wieder los wird, wie man die körperlichen Beschwerden überwinden kann? Wie geht man damit um, falls man nicht mehr völlig gesund wird oder die Krankheit einen besiegt? Nach einer solchen gesundheitlichen Prüfung stellt man mit Erstaunen fest, wie groß von anderen das Interesse am Geburtstag ist. Steckt dahinter echte Zuwendung oder ist es die Neugier? Vermehrt kommen Telefonanrufe, welche zum Freudentag gratulieren. Wollen sich die Anrufer auf guten Fuß stellen, dass sie im Falle eines Falles bei der Erbfolge nicht übergangen werden? Es hängt von der eigenen Befindlichkeit ab, wie man die vielen Glückwünsche und Zuwendungen einordnet. Das restliche Jahr wird man von den meisten Gratulanten nichts mehr hören.

Erbfolge

2 Gedanken zu „alles:freude II

  1. Im alten Rom zählten zur Familie auch Freunde.
    In der Nachkriegszeit setzte man unbedingt auf die Verwandschaftskontakte. Das ging so weit, daß meinem Vater vorgeschlagen wurde, die Frau seines gefallenen Bruders zu heiraten.

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