…bringt manche Fortschritte.
Not macht erfinderisch. So kann man die Situation am Bauernhof beschreiben, ging es darum ein kaputtes Teil zu reparieren. Bei der Getreidemühle war ein Zapfen gebrochen, der die Zufuhr vom Getreide zu den Mühlsteinen reguliert hat. In diesem Jahrzehnt war vieles aus Holz und der Vater konnte auf dem Holzbock den Zapfen wiederherstellen. Bei der Melkanlage ist ein Stück Gummischlauch brüchig geworden. Dann wurde mit einem Stück Gartenschlauch die Zeit, bis wir in die Stadt gekommen sind den Schlauch zu besorgen, überbrückt. Im Sommer mussten die Schönwettertage dazu benützt werden um die Heuernte einzubringen. Nach der Sendung „Autofahrer unterwegs“ kam im Radio der Wetterbericht. Dabei war es am Esstisch in der Küche muxmäuschenstill damit kein Wort verlorenging. Unabhängig davon hatten wir eine eigene Wetterstation im Hof, dies war das metallene Brunnenrohr. Hier floss Tag und Nacht das Wasser von der eigenen Quelle. Begann das Eisenrohr zu schwitzen, dann konnten wir annehmen, dass sich das Wetter in zwei bis drei Tagen ändern wird. Auch die Äskulapnatter die im Gemäuer hauste, welches den Hang beim Brunnen stützte, zeigte sich öfters. Während der Heusaison ging es gnädig her, weil das Wetter war immer für eine Überraschung gut. Beim Motormäher war das Kupplungsseil gerissen, da versah ein Spagat gute Dienste. Ich glaube, dass aus der Not heraus manche Fortschritte gekommen sind. Not macht erfinderisch, dies könnte auch bedeuten, es regt die Kreativität des Menschen an.