irak:krieg

Die Fernsehnachrichten am Abend des 17. Januar 1991 kann ich vor meinen Augen abrufen. Ich hatte den Eindruck als würde am Bildschirm ein Computerspiel ablaufen. Es waren Nachtaufnahmen und in rascher Folge flogen am Himmel Geschosse auf Bagdad. Der Himmel war in ein grünliches Licht getaucht und helle Kugeln, wie bei einem Silvesterfeuerwerk. Man sah keine Menschen, auch keine Gebäude, es war ein Gefecht wie am Bildschirm eines Gameboys. Die Ansagen der Reporter verkündeten, nicht ohne Stolz, es würden nur militärische Einrichtungen, Kasernen und Waffen zerstört. So, als stünden diese im unbewohnten Gelände und man war begeistert von der Präzision der Raketen, welche sich neuerdings selbst das Ziel suchten. Ein Krieg der Waffensysteme zwischen dem Irak und der westlichen Allianz. Die Raketenangriffe dauerten Tage und nie ist ein Wort darüber gefallen, dass durch das permanente Bombardement auch Soldaten und Zivilisten betroffen sind. Der Krieg der Zukunft, wo es nur um die Zerstörung von gegnerischen Waffen und Infrastruktur geht, ein humaner Krieg. Es gab keine Berichte auf denen tote Soldaten oder Zivilisten gezeigt wurden.

Während des halbjährlichen Aufmarsches der westlichen Bündnispartner steigerte sich in mir die Ungewissheit. Zeitungen und Fernsehen, Journalisten und Kommentatoren spekulierten darüber, wie sich der Golfkrieg auf unsere Wirtschaft, auf die Versorgung mit Erdöl auswirken könnte. Zuoberst kam die Furcht, kann der Krieg auf Europa übergreifen? Liefern sich hier, in Mitteleuropa, die beiden großen Kontrahenten, USA und UDSSR einen Stellvertreterkrieg. So viele unsichere Faktoren und Optionen setzten mir zu, die Fernsehbilder vom Erstschlag lösten die Spannungen. Ein großes Risiko stellte das Verhalten von Israel dar. Da es Zielscheibe von Raketen aus dem Irak wurde stellte sich die Frage, wird sich Israel aus dem Kriegsgeschehen heraushalten?  Oder greift es zur mächtigsten Keule der Menschheit, zu seinen Atomwaffenarsenal. Im Inneren glaubte ich den Berichten der Journalisten nicht. Nach Wochen stellte sich heraus, dass so und so viele zivile Einrichtungen, Wohnhäuser, Schulen und Krankenhäuser zerstört wurden und in etwa dreißigtausend Menschen ihr Leben ließen.

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