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Der jährliche Hausball im Gasthof Wedam war in der Waldsiedlung ein gesellschaftlicher Höhepunkt. Masken waren erwünscht.Unter Maskierung verstand man in den 70er und 80er Jahren nicht ein paar dekorative Accessoire, sondern Gummimasken mit dem dazu passenden Kostüm. Die meiste Wirkung wurde erzielt, wenn man sich zu einer Gruppe von Cowboys, Sträflingen oder Löwen zusammenschloss. Beliebt waren auch Figuren aus Grimms Märchen, Hexen, Zauberer und Prinzessinnen. Damit hatte man eine Chance für die originellste Maskerade einen Preis zu erlangen. Bis zur Maskenprämierung um Mitternacht versuchte man unerkannt zu bleiben und sich nicht durch Sprechen oder Gesten zu verraten. Das Tanzen mit der Maskerade war eine schweißtreibende Angelegenheit. Für einige Überraschungseffekte sorgte nach der Prämierung der originellsten Masken, die Demaskierung. Erst jetzt erkannte man, mit wem man sich über die Tanzfläche bewegt oder einen Drink an der Bar genossen hatte. Beim Hausball konnte man erstmals den selbstgemachten Heringssalat von der Wirtin, Frau Wedam, genießen. Dieser trug das Prädikat nach Omas Rezept zu Recht.

Wer sein Faschingskostüm nicht selbst nähen wollte, für den gab es einen privaten Kostümverleih in Draschitz. Eine Witwe nähte über Jahre Kostüme und besorgte sich die dazu passenden Masken und Perücken. Mit dem Erlös aus dem Verleih konnte sie ein bisschen die Rente aufbessern.

Böse Wolf

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