corona:glaube

Mich fasziniert in Pandemiezeiten der unerschütterliche Glaube von Jakob, in der Erzählung Die Freiheit der Fische, an die einzige Stabilität die wir haben, an die Regelmäßigkeit der Natur. Sein Glaube an die Wiederkehr des Frühlings nach dem Winter, den Sommer, dem der Herbst folgt. An die Abfolge des Lebens, ist eine Katze verendet, wurde sie durch die Geburt einer jungen Katze ersetzt. Diese Gewissheiten, welche wir in unserer technischen und bespaßten Gesellschaft oft übersehen, teilweise nicht mehr wahrnehmen, haben für mich in Coronazeiten einen sinnstiftenden Wert. Woran hat man sich in den letzten Monaten festhalten können? Nicht an den Aussagen der Virologen, nicht an den Maßnahmen der Politiker, die sozusagen unter einer Handlungsneurose litten, etwas musste geschehen, verordnet werden. Dies waren sie der Bevölkerung, ihrer Wählerschaft schuldig. Manche Verordnung die abends verkündet wurde, hat das Morgengrauen des nächsten Tages nicht mehr erlebt.  Beständigkeit ist, wenn in der Nachbarschaft im Frühling die Bäume  frische Blätter bekommen, zu Blühen anfangen, über den Sommer die Äpfel reifen und im Herbst geerntet werden. Der Mittagskogel auf das Villacher Becken blickt und im wechselnden Licht der Jahreszeiten sein Antlitz verändert. 

In Politzen lebte eine Magd, für uns Kinder war sie ihrem Äußeren nach eine Hexe. Sie hatte langes, strähniges Haar, eine zerschlissene Kleidung, hinkte und lallte ständig vor sich her. Für Unterkunft und Kost hat sie bei einem Bauern bei der Feld- und Stallarbeit mitgeholfen. Ihre Kammer war ein Bretterverschlag im Kuhstall. Dort schlief sie auf einer Matratze mit einer Decke zum Zudecken. Eine Koje, ähnlich wie sie für die jungen Kälber im Viehstall verwendet wird. Zum Waschen ist sie zum nahegelegenen Bach gegangen, egal ob Sommer oder Winter. An manchen Tagen ist sie abends, gefolgt von einer Schar Katzen, zu den umliegenden Bauern gezogen, in der Hand eine kleine Blechkanne. Schaffte sie es bis in den Kuhstall, wurde sie nicht vorher vom Hof verscheucht, dann hat sie mit der ausgestreckten Hand um a Schalele Mülch für ihre Katzen gebettelt.

Katzenliebe

Ein Gedanke zu „corona:glaube

  1. JESU WORTE: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du.“ Am achten Tag – zum achten Tag von Jesu Beschneidung. Aber warum stünde in einer „Gideons“-Übersetzung: „Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du“, ein altgriechischer Text von „Nestle-Aland“ ‚unserer‘ 🙂 Regale schiene diese Textvariante nicht zu haben. JESU WORTE: über Reisen. P, „Siegfried Posch“

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