corona:konzert

Befremdlich wirkt es für mich, wenn im Fernsehen Konzertaufführungen aus dem Musikvereinssaal vor der Corona Pandemie gezeigt werden. Der Musikvereinssaal ist gesteckt voll, jeder Platz ist besetzt und nach einer Symphonie klatschen die Besucher begeistert in die Hände und dazwischen sind noch Bravorufe zu hören. Dabei zieht sich bei mir das Herz zusammen, ich sehe die Besucher im Saal alle als akut Coronavirus gefährdet. Eine solche Menschenansammlung ohne jeden Abstand und Mundnasenschutz. Besteht nicht die Gefahr einer Super Infektionsansteckung?  Soweit hat sich schon das Corona – Trommelfeuer vonseiten der Bundesregierung bei mir verinnerlicht.

Ein anderes mal zieht sich bei mir das Herz zusammen, wenn jetzt in Lockdown Zeiten ein Konzert live übertragen wird und beim Schwenk in den Konzertsaal kein einziger Besucher zu sehen ist. Gerne würde ich im Saal sitzen. Auch aus Empathie mit den Musikern, welche in einen Saal ohne Publikum blicken, wo sie es gewöhnt sind für ein Saalpublikum zu spielen und jetzt musizieren sie für ein anonymes Fernsehpublikum. Zum Schluss applaudieren die Musiker, für den Dirigenten, für die Zuseher daheim vor dem Bildschirm oder für sich selbst?

Ähnlich ist die Situation bei Sportveranstaltungen, bei Skirennen oder Fußballspielen. Vor meinem Auge sehe ich dabei das Wörtherseestadion in Klagenfurt, erbaut für dreißigtausend Zuschauer und die einzigen erlaubten Zuschauer sind Pflichtbesucher, die Trainer und die Serviceleute. Kein Gejohle beim Einlauf der Spieler, keine Anfeuerungsrufe, niemand schwingt Vereinsfahnen oder Transparente. Die Freudenausbrüche der Anhänger fallen bei einem Tor aus. Statt auf die Zuschauer blicken die Fußballspieler auf eine steilaufragende Wand von leeren Sesseln. Eine dichte Wand, welche die Feldspieler von den Fans vor dem Stadium trennt. Bei einem Tortreffer kommt der Jubel von den eigenen Mitspielern, anstatt aus zehntausend Kehlen von außer Rand und Band geratenen Club Fans. Normalerweise sitzt ein Fan neben dem anderem, es gibt engen Körperkontakt und gemeinsam fiebert man dem Verlauf des Spieles mit. Es gibt nichts Sterileres als ein Stadion ohne Besucher. Wie lange werden die Spieler die leeren Stadionränge mental ertragen, wie lange die Sponsoren die Vereine unterstützen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.