In den nächsten Wochen werden wenige Krampusse unterwegs sein, weil die größeren und kleineren Krampus Umzüge wegen des Lockdowns abgesagt wurden. Der neue Höllenteufel ist seit zwanzig Monaten das Coronavirus. Dieses braucht keine verzehrte Fratze, kein zotteliges Fell oder das Getöse mit den Kuhglocken, um uns in Angst und Schrecken zu versetzen. Auch die Rute ist nichtig, es schlägt beim Menschen im Inneren zu und beginnt dort zu wüten. Die Mitnahme der Schlimmen erfolgt nicht in einem Weidenkorb am Rücken, sondern mit dem Rettungsauto. Die Fahrt endet nicht in der plakativen Hölle, im schlimmsten Fall in der Intensivstation eines Krankenhauses. Die Leiden und Schmerzen der dortigen Patienten, welche ich glücklicherweise nur vom Hörensagen kenne, dürften den Höllenqualen, wie es Hieronymus Bosch bildlich dargestellt hat, nahekommen. Mir hat ein Priester und Freund vor einigen Jahren die Angst vor der Hölle genommen, nach seiner Betrachtungsweise dürfte sie leer sein. Nicht leer sind jetzt in Corona Zeiten die Intensivstationen, dazu gegenwärtig die Angst bei Infizierten dort zu landen. Den Part der Krampusse, die Schlimmen zu bestrafen, haben in diesen Tagen die Polizisten übernommen. Wer gegen eine Lockdown Maßnahme verstößt, der muss mit einer Geld Buße rechnen. In der Jugend musste ich nach dem Beichten der Sünden als Buße drei Vaterunser beten. Beten und Buße tun reicht in dieser Pandemiezeit nicht mehr.
Verlässt man das Haus, ist wie im Lotto alles möglich, man kann überall angesteckt werden. Gleichermaßen ob geimpft oder ungeimpft. Einen großen Bogen mache ich um die öffentlichen Corona Test Boxen und der Schlange von Menschen, welche vom Magistrat Villach bis zum Anfang des Hauptplatzes reicht. Handelt es sich um Personen die den ersten Stich oder den Dritten holen, alles ist möglich? Vor ein paar Monaten verkündete ein Bundeskanzler: „Die Pandemie ist für alle vorbei, die geimpft sind“.