Gesundheit ist…

Der Jahresanfang gehört zu der Zeit wo die meisten von uns, leidet man nicht gerade aus Überdruss am Leben, neue Vorsätze fasst. Es gibt Statistiken, welche Vorsätze zu den am häufigsten gehören. Ganz oben steht Gesundheit, gesünder Leben und mehr Zeit für sich und seine Mitmenschen einplanen. Dies auch nach den vielfältigen Familienfeiern wo es im besten Fall gemenschelt hat, bei den traditionellen Familienfesten Weihnachten und Silvester. Dazu gibt auch andere Erzählungen, dass die Hoffnung auf das Zwischenmenschliche enttäuscht wurde, die große Versöhnung und Gemeinsamkeit ausgeblieben ist. Ich kenne im Erwachsenenalter kaum jemanden, der nicht den einen und anderen Vorsatz für das neue Jahr gefasst hat. Die Vorsätze sind dabei so individuell wie die Menschen und ihre Lebensumstände. Abhängig vom sozialen Umfeld, ob im oder nach dem Erwerbsleben. Von den Rentnern gibt es den Spruch, soweit sie nicht in ganz ärmlichen Verhältnissen leben, Gesundheit ist das Wichtigste. Alles andere können wir uns selbst richten und sind zumeist zufrieden. Bei den Selbständigen, wie ich es über vierzig Jahre war, gab es den Wunsch, dass sich die betriebliche Lage im kommenden Jahr nicht verschlechtert. Als kleiner Handelsbetrieb war es mir nicht darum die Umsätze großartig zu steigern, mein Wunsch war, für den überproportionalen Arbeitseinsatz ein durchschnittliches Auskommen zu haben.

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Neben dem Bahnübergang…

…im Bahnwärterhaus, wohnte die Witwe Bachermietze.

Mit der Neuordnung des öffentlichen Verkehrs in Kärnten endet das Jahr 2025. Der Auslöser dafür war die Inbetriebnahme der Koralmbahn. Die Kernstrecke ist die Verbindung von Klagenfurt nach Graz mit einer Fahrzeit von fünfundvierzig Minuten. Auch die Busfahrpläne mussten an die neuen Zugsverbindungen angepasst werden. Da neuerdings die Züge im Halb- und Stundentakt verkehren, sind keine Kompromisse bei den Busabfahrtszeiten möglich.

Während meiner Lehrjahre in Spittal / Drau waren die Buschauffeure bei den Abfahrtszeiten tolerant. Die Pendler wussten untereinander, wer den Bus nach Feistritz/ Drau mit der Abfahrtszeit 18. 30 Uhr benützte. War der Sitznachbar zur Abfahrtszeit noch nicht im Bus und ich hatte nichts davon gehört, dass er später heimfahren wird, habe ich den Buschauffeur gebeten mit der Abfahrt noch fünf Minuten zuzuwarten. Im Normalfall reichte dieses Zeitguthaben und derjenige hat den Bus nicht versäumt. Der Heimweg von der Bushaltestelle Rothenthurn dauerte etwa eine Stunde. Der Feldweg führte die Bahnstrecke entlang und vor Beinten durch ein Sumpfgebiert. Bei Regenwetter trat das Bohnbachl  aus seinem Bachbett und die Beintner  schafften mit einigen Schwartlingen einen Übergang. Im Winter fror das Sumpfgebiet zu, um etwa zwanzig Uhr war ich zu Hause.

Neben dem Bahnübergang an der Drautaler Schnellstraße in Rothenthurn steht das Bahnwärterhaus, dort wohnte die Witwe Bachermietze. Ein Zubrot zu ihrer bescheidenen Rente verdiente sie damit, dass sie von den umliegenden Bauern die Eier einkaufte und sie dann am Spittaler Wochenmarkt weiterverkaufte. Die Mutter schickte einen von uns Buben wöchentlich mit einem Rucksack voller Eier zur Bachermietze. Mit auf den Weg gab sie uns die Mahnung, die Abrechnung genau zu kontrollieren. Immer wieder entdeckte die Bachermietze Eier von Junghennen, diese waren um eine Spur kleiner und für diese zahlte sie um zehn Groschen weniger.

Keine Erfahrung mit …

Die Eingangstüre im Parterre war geschlossen, es ist unmöglich, dass Lilly in das Freie entkommen sein könnte. Vielleicht ist sie auf der Loggia am Sims ausgerutscht und in dem darunterliegenden Garten gelandet? Draußen ist es dunkel geworden und bei uns trübt sich die Befindlichkeit ein. Wo könnte Lilly sein, wie weit wird sie sich vom Haus entfernen und wird sie von alleine zurückkommen?  Sie hat keine Erfahrungen in der Wildnis. Bei den Nachbarhäusern könnte sie in einen Kellerschacht stürzen, nachts von einem Auto überfahren werden oder die Orientierung verlieren. In den frostigen Winternächten würde sie nach ein paar Tagen elendig zugrunde gehen. Es gibt einige Schrecken Szenarien und diese überwiegen. Zuerst frage ich beim Wohnungsnachbarn im Erdgeschoß nach und dieser versichert, sollte Lilly in seinem Garten auftauchen, würde er uns sofort verständigen.

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Die Katze Lilly…

…wo bleibt sie?

Ein besonderes Verlangen unserer Wohnungskatze Lilly ist, hin und wieder in das Stiegenhaus des Mehrparteienhauses auszubüxen. Sie will ihr Revier kontrollieren oder ihr ist in der Wohnung fad geworden. Normalerweise ist sie darauf angewiesen, dass wir die Wohnungstür öffnen. Manches Mal schafft sie es, währenddem wir ein Paket entgegennehmen oder die Tür für einen Besuch öffnen, in das Stiegenhaus zu entkommen. Den meisten Erfolg hat Lilly, sind wir im Bereich der Garderobe. In diesem Fall fordert sie uns mit ihrer kräftigen Stimme auf die Tür zu öffnen, dazu kommt ihr flehender Blick. Nach der Kontrolle, ob im Erdgeschoß die Eingangstür in das Mehrparteienhaus geschlossen ist, öffnen wir beruhigt die Tür in das Stiegenhaus.  Wir verlassen uns darauf, öffnet sich eine andere Wohnungstüre oder der Lift setzt sich in Bewegung, dass Lilly den Rückzug in die Wohnung antritt. Ich kann nicht beurteilen wie sehr Lilly diese Freigänge genießt, zumeist erscheint sie nach kurzer Zeit wieder in der Garderobe und spaziert durch die Wohnung auf die nächste Loggia. Nach einer bestimmten Zeit nach ihr zu rufen, ist Lilly Sache nicht, darauf reagiert sie nicht. Mehr Erfolg haben wir, wenn wir in den Fressnapf eine Handvoll Trockenfutter geben und damit im Stiegenhaus lärmen. Ein wenig erinnert mich dies immer an den Brauch zwischen Weihnachten und Silvester, wo wir am Bauernhof mit einer Räucherpfanne durch Haus und Stall gezogen sind. Dabei ging es darum die Viecher vor Krankheiten zu schützen und böse Geister und Dämonen zu vertreiben.

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1968 erreichte die…

…Studentenrevolution die Buchhandlung Petz in Spittal/Drau .

Für die Mittagsstunden während meiner Ausbildung, welche ich vorwiegend im Schlosspark Porcia oder im Kolpinghaus verbrachte, borgte ich aus dem Geschäft Literatur- und Kulturzeitschriften aus. Die Auswahl des Zeitschriftenangebots oblag meinem Bereich. Im Angebot hatten wir Zeitschriften die niemand kaufte, nur für meine Interessen : Twen, Konkret, Pardon, Neues Form, Wespennest, Manuskripte. Von meiner Lehrlingsentschädigung kaufte ich in der Bahnhofstrafik ab und zu die „Bildpost“. Durch mein Interesse an gesellschaftlichen Entwicklungen erreichten 1968 die Studentenrevolution auch die Bahnhofsbuchhandlung in Spittal/Drau. Bei den Bestellungen von Taschenbüchern konnte ich Titel aus den Verlagsverzeichnissen vorschlagen. So verirrten sich Taschenbücher von Heinrich Böll, Jean-Paul Sartre, Jürgen Habermas oder Erich Fromm in die Buchregale „Die Verbesserung von Mitteleuropa“ von Oswald Wiener gehört zu den Büchern, welche ich mir damals kaufte und welches noch heute in meiner Bibliothek steht. Die Berufsschule für Buchhändler befand sich in St. Pölten, dort gab es einen turnusmäßigen Unterricht. Meine theoretische Ausbildung zum Buchhändler erfolgte autodidaktisch, mit Hilfe von Skripten dieser Berufsschule.

Im vierten Lehrjahr nahm ich an der „Jungbuchhändler Woche“ in Strobl am Wolfgangsee teil. Dort gab es interessante Vorträge zur Gegenwartsliteratur, dem Verlagswesen und der Zukunft des österreichischen Buchhandels. Erstmals hatte ich Kontakt zu anderen Jungbuchhändlern aus ganz Österreich, knapp vor oder nach Abschluss der Ausbildung.

Auf der Sonnseite des Drau Tales, oberhalb von Ferndorf liegt die Ortschaft Politzen. Ein karger Boden für Bauern, für Buchhändler und für Literaten. Ein Gestrüpp aus Dorfgasthaus, Autorennen, Landkirchtag, Tischfußball und Kinofilmen. Aus diesem Wildwuchs entspross eine kreative Blüte, das Schreiben. Die eingesandten Prosatexte brachten mir 1969 eine Einladung zur 20. Österreichischen Jugendkulturwoche in Innsbruck. Literaten, Maler und Komponisten hielten Vorträge, lasen aus ihren Büchern und deren Kompositionen wurden aufgeführt. Mit dem ersten Preis für Lyrik und für Prosa wurde Elfriede Jelinek ausgezeichnet. Eine erste Talentprobe für die spätere Literatur Nobelpreisträgerin.

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